
Das Interdisziplinäre Zentrum für Brusterkrankungen des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth Neuwied, das Teil des BrustZentrums Mittelrheins ist, wurde von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) zertifiziert. Es ist damit eines von fünf zertifizierten Zentren in Rheinland-Pfalz
Erkennen, um zu (be)handeln
Das Mammakarzinom ist der häufigste bösartige Tumor bei der Frau. In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 50.000 Frauen an Brustkrebs.
Im Interdisziplinären Zentrum für Brusterkrankungen des Marienhaus Klinikums arbeiten die verschiedensten Fachabteilungen interdisziplinär zusammen, um den Brustkrebs früh zu diagnostizieren, Behandlungsmöglichkeiten zu erarbeiten und die Lebensqualität von betroffenen Patientinnen zu verbessern.
Die nicht-invasiven diagnostischen Methoden
Für die nicht-invasive Diagnostik, d.h. ohne operativen Eingriff, stehen die (digitale) Mammographie, Hochfrequenz-Sonographie, Kernspintomographie, Doppleruntersuchungen (Blutflußmessung), Supraklavikular-Sonographie (Ultraschall der Lymphknoten im unteren Halsbereich) und Axillar-Sonographie (Achselhöhlen-Sonographie) zur Verfügung.
Mammographie
Die Mammographie ist ein Verfahren, das mit einer schwachen Röntgenstrahlung die Brust untersucht. Dabei können besonders gut Veränderungen der Brust diagnostiziert werden, die sich im Vor- oder Frühstadium des Brustkrebs befinden. Diese Veränderungen werden häufig entdeckt bevor sie als Knoten tastbar sind. Mehr als 90 Prozent der Fälle von Brustkrebs werden mit der Mammographie bereits in sehr frühen Stadien erkannt. Regelmäßige Untersuchungen können daher zur Früherkennung und zur rechtzeitigen Behandlung des Brustkrebs führen. Mit den heutigen modernen Untersuchungsmethoden bleibt die Belastung mit Röntgenstrahlung sehr gering.
Digitale Mammographie
Bei der digitalen Mammographie können mit speziellen Verfahren die Röntgenaufnahmen am Computer nachbearbeitet werden. Damit können besondere Problemzonen der Brust deutlicher dargestellt werden. Zudem können so Mammographie-Aufnahmen zwischen verschiedenen Brustzentren leichter ausgetauscht und mitbefundet werden.
Mammasonographie
Neben der Mammographie kann oft auch die Ultraschall-Untersuchung der Brust bei der Diagnose helfen. Mit der Hochfrequenz-Sonographie der Brust (Mammasonographie) wird das Brustgewebe bis in seine kleinsten Details wie Milchgänge und Drüsenläppchen untersucht. Die Hochfrequenz-Sonographie und die Mammographie haben unterschiedliche Stärken und erhöhen bei kombinierter Nutzung die diagnostische Sicherheit für die Patientin. Mit der Hochfrequenz-Sonographie ist es auch möglich, die Durchblutung von verdächtigen Befunden zu untersuchen (Doppler-Untersuchung). Die Supraklavikular-Sonographie und Achselhöhlen-Sonographie dienen zum Aufspüren oder Kontrollieren der Lymphknoten-Stationen, die beim Brustkrebs eine wichtige Rolle spielen. Auch hierfür wird der Hochfrequenz-Schall aufgrund seiner exzellenten Detailauflösung benutzt.
Kernspintomographie
Bei der Kernspintomographie wird das Brustgewebe in einem Magnetfeld untersucht. Diese Methode ist also keine Röntgenmethode. Sie spürt sehr zuverlässig verdächtige Herde auf und wird als ergänzende Untersuchung durchgeführt, sofern besondere Gründe vorliegen. Beispielsweise kann bei auffälligem Tastbefund, bei mammographischem oder sonographischem Nachweis eines Krebsherdes die Brust nach möglichen weiteren versteckten
Herden durchsucht werden.
Die minimal-invasiven diagnostischen Methoden
Zu den minimal-invasiven Verfahren zählen die Mammographie-gesteuerte stereotaktische Brustbiopsie und die sonographisch gesteuerte Hochgeschwindigkeitsstanze (Entnahme kleiner Gewebeproben aus der Brust). Alle diese Verfahren werden in örtlicher Betäubung bei maximaler Gewebeschonung und minimalem Hautschnitt durchgeführt.
Mammographie-gesteuerte Brustbiopsie
Bei der Mammographie-gesteuerten Brustbiopsie berechnet ein Computer anhand einer Mammographie-Aufnahme millimetergenau die Position des verdächtigen Herdes (z.B. Mikrokalk) in der Brust und gibt die Information an das Biopsie-Instrument weiter. Die Patientin liegt auf dem Bauch, während in örtlicher Betäubung durch einen 3 Millimeter langen Hautschnitt die verdächtige Zone computergesteuert, aber unter ärztlicher Kontrolle, entfernt wird.
Ultraschall-gesteuerte Brustbiopsie
Bei im Ultraschall erkennbaren verdächtigen Befunden kann die Diagnose einfacher mittels einer ultraschallgesteuerten Gewebsstanze gestellt werden. Dieser Eingriff dauert ca. 10 Minuten und wird in örtlicher Betäubung durchgeführt.
Durch die hochauflösende sonographische Untersuchung, die Mammographie oder mittels einer Kernspintomographie und einer anschließenden Gewebeprobe (Stanzbiopsie) kann das Mammakarzinom sicher erkannt und lokalisiert werden. Unsere Ärzte besprechen im Anschluss gemeinsam mit der Patientin mögliche Behandlungsstrategien.
Die Operation
Bei 75 Prozent aller unserer Patientinnen ist ein brusterhaltendes Vorgehen durch den Einsatz moderner und schonender Operationsverfahren und der Gabe von Chemotherapeutika möglich. Sollte die Entfernung des Drüsenkörpers notwendig sein, stehen alle operativen Techniken zur Brustrekonstruktion zur Verfügung.
Die interdisziplinäre Nachbehandlung
Bei Brustkrebs kommen verschiedene Nachbehandlungsmöglichkeiten in Betracht. Eine Nachbestrahlung ist immer bei einem brusterhaltenden operativen Vorgehen indiziert. Chemo- und Hormontherapie zielen darauf ab, im Körper verbliebene Tumorzellen zu beseitigen. Dieser Ansatz kann auch mit einer Gabe von speziellen Antikörpern unterstützt werden. Die jeweilige individualisierte Nachtherapie wird in einem interdisziplinären Gespräch festgelegt.
Ganzheitliches Behandlungskonzept
Brusterkrankungen greifen tief in das Selbstwertgefühl der betroffenen Frau ein.
Unsere Ärzte versuchen deshalb zu jeder Zeit, die Patientin aktiv in ihre Behandlung mit einzubeziehen. Während ihrer gesamten Behandlung wird die Patientin von unserem professionelles Team, dem neben Ärzten, Krankenschwestern, Physiotherapeuten auch die Seelsorger und der Sozialdienst des Marienhaus Klinikums angehören, begleitet. Die Mitarbeiter unseres Hauses sind in besonderem Maße psychologisch geschult und bieten betroffenen Frauen einfühlsame und professionelle Unterstützung an. Spezielle Selbsthilfegruppen ermöglichen der Patientin im Anschluss an ihre Operation und der Krankenhausentlassung, sich mit anderen betroffenen Frauen auszutauschen.