Das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied ist ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung mit 663 Betten in 11 Hauptfachabteilungen und 2 Belegabteilungen sowie 36 Tagesklinik-Plätzen an 3 Standorten.
Am Standort Neuwied versorgt die Radiologische Abteilung insgesamt 419 Betten in der Medizinische Klinik I, Medizinische Klinik II (Nephrologie), Klinik für Urologie und Kinderurologie, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Klinik für Unfall-, Plastische und Handchirurgie, Klinik für Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin sowie eine ausgedehnte radiologische Ambulanz.
Das Institut verfügt über die Möglichkeiten der digitalen Röntgendiagnostik, Sonographie (AU5 EPI), der Computertomographie (64 Zeilen-CT, Lightspeed VCT Advantage GE) und der Kernspintomographie (Gyroscan Intera 1.5 T Power Trak 3000 - Philips) sowie über eine DSA-Anlage (Integris CV - Philips).
Die Nuklearmedizinische Abteilung verfügt über 2 Gamma-Kameras und wird von Frau Dr. Huttenlocher geleitet, die Radiologin und Nuklearmedizinerin ist, die Interventionelle Radiologie von Herrn Dr. Vogel, der ebenfalls Radiologe und Nuklearmediziner ist.
Die Abteilung ist voll digitalisiert (KIS/RIS/PACS).
Der Chefarzt ist Facharzt für Radiologie und besitzt die volle Weiterbildungsermächtigung.
Das Institut ist seit 1998 zertifiziert nach ISO 9001-2000 und
seit 13.04.2007 Teil des zertifizierten Brustzentrums Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied.
Ziel
Dem in Weiterbildung befindlichen Arzt die im Weiterbildungskatalog vorgeschriebenen radiologischen Kompetenzen möglichst in der vorbeschriebenen Weiterbildungszeit so zu vermitteln, daß ein breites Basiswissen auf hohem Niveau erworben werden kann und die Spezialkenntnisse der Abteilung vermittelt werden. Außerdem soll das Bewußtsein des Arztes hinsichtlich seiner Verantwortung gegenüber Patient, Arbeitgeber und Umfeld gestärkt werden.
Voraussetzungen
- Weiterbildungsermächtigung
- Apparative Ausstattung
- Weiterbildungskooperation
Weiterbildungszeit
Die Weiterbildungszeit beträgt 60 Monate. Nach der neuen Weiterbildungsordnung kann die gesamte Zeit (5 Jahre) im Gebiet Radiologie abgeleistet werden oder 4 Jahre Radiologie und 12 Monate in Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung.
Weiterbildungsinhalte
Allgemein
Unter Berücksichtigung gebietsspezifischer Ausprägungen beinhaltet
die Weiterbildung auch den Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und
Fertigkeiten in:
- ethischen, wissenschaftlichen und rechtlichen Grundlagen ärztlichen Handelns
- der ärztlichen Begutachtung
- den Maßnahmen der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements
- der ärztlichen Gesprächsführung einschließlich der Beratung von Angehörigen
- psychosomatischen Grundlagen
- der interdisziplinären Zusammenarbeit
- der Ätiologie, Pathophysiologie und Pathogenese von Krankheiten
- der Aufklärung und der Befunddokumentation
- labortechnisch gestützen Nachweisverfahren mit visueller und apparativer Auswertung (Basislabor)
- medizinischen Notfallsituation
- den Grundlagen der Pharmakotherapie einschließlich der Wechselwirkung
- der Arzneimittel und des Arzneimittelmißbrauchs
- der allgemeinen Schmerztherapie
- der interdisziplinären Indikationsstellung zur weiterführenden Diagnostik
- einschließlich der Differentialindikation und Interpretation radiologischer Befunde im Zusammenhang mit gebietsbezogenen Fragestellungen
- Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden
- den psychosozialen, umweltbedingten und interkulturellen Einflüssenauf die Gesundheit
- gesundheitsökonomischen Auswirkungen ärztlichen Handelns
den Strukturen des Gesundheitswesens
Fachspezifische Weiterbildungsinhalte
Vermittlung von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeit in
- der Indikation mit ionisierenden Strahlen und kernphysikalischen Verfahren zu untersuchenden Erkrankungen
- den radiologischen Untersuchungsverfahren mit iosierenden Strahlen einschließlich ihrer Befundung
- der Magnetresonanzverfahren und Spektroskopie einschließlich ihrer Befundung
- der Sonographie einschließlich ihrer Befundung
- den interventionell-radiologischen Verfahren, auch interdisziplinärerZusammenarbeit
- Analgesierungs- und Sedierungsmaßnahmen einschließlich der Behandlung
- akuter Schmerzzustände
- der Erkennung und Behandlung akuter Notfälle einschließlich
lebensrettender Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktion und Wiederbelebung - den Grundlagen der Strahlenbiologie und Strahlenphysik bei Anwendung iosierender Strahlen am Menschen
- den physikalischen Grundlagen der Magnetresonanzverfahren und Biophysik einschließlich der Grundlagen der Patientenüberwachung sowie der Sicherheitsmaßnahmen für Patienten und Personal
den Grundlagen des Strahlenschutzes beim Patienten und Personal
einschließlich der Personalüberwachung sowie des baulichen und apparativen Strahlenschutzes - der Gerätekunde
Weiterbildung im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie/Nuklearmedizin Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied
Bei Arbeitsbeginn sind obligatorisch:
- Vorstellung in der Abteilung
- Vorstellung im Hause
- Verschwiegenheitsliste
- Erstellung eines Ausbildungsplanes
- Strahlenschutzbelehrung
- Eintrag in Kürzelliste
- Abarbeitung der Geräteliste (Medizinproduktgesetz – MPG, entsprechend des Arbeitseinsatzes)
Ablaufplan der Weiterbildung zum Facharzt für Radiologie
1. Jahr
Im Institut werden pro Jahr ca. 50 000 Röntgenbilder angefertigt (Speicherfolientechnik). Vermittlung von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in der Röntgendiagnostik.
Thema
• Anatomie – Röntgen, CT, MRT
• Strahlenschutz
• Erstellung von Röntgenbefunden
• Gerätetechnik
• Gesetzliche Grundlagen
• Risikoaufklärung
• Medizinische Notfallsituationen
Nach 6 Monaten erste Unfallchirurgische Konferenz (unter Aufsicht).
Nach 9 Monaten erster Bereitschaftsdienst (unter Aufsicht).
Pflicht
• Teilnahme an klinisch-radiologischen Konferenzen
- Medizinische Klinik I (täglich)
- Medizinische Klinik II (zweimal wöchentlich)
- Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie (viermal wöchentlich)
- Unfallchirurgie (täglich)
- Pädiatrie (einmal wöchentlich)
- Pädiatrisch-radiologische Fortbildung unter besonderer Berücksichtigung des Strahlenschutzes (einmal wöchtentlich)
• Qualitätskontrolle Röntgenbilder gemeinsam mit den MTRA´s (mind.viermal pro Jahr)
• Erwerb der Fachkunde Notfalldiagnostik nach 6 Monaten
• Erwerb der Fachkunde Thorax nach 12 Monaten
• Erlangung von Zertifizierungspunkten
• Abgabe der externen Weiterbildungsbescheinigungen zur Dokumentation innerhalb der Abteilung und zur Weitergabe an den Ärztlichen Direktor
• Referate über radiologische Themen
Pflichtlektüre
- Protokoll der einmal wöchentlich stattfindenden Besprechung der Ärzte
- Fakt (Informationsblatt des Krankenhauses)
Erwünscht
- Mitgliedschaft in der Deutschen Röntgengesellschaft (gleichzeitig Erhalt der Zeitschrift Fortschritte auf dem Gebiet der Röntgenstrahlen und der bildgebenden Verfahren)
- Mitgliedschaft in der Akademie für Fort- und Weiterbildung in der Radiologie
- Mitgliedschaft im Berufsverband (Zeitschrift Der Radiologe)
Ausbildungsziel
- „Fit“ in Skelettdiagnostik einschließlich Knochentumoren und Kinderradiologie
- Gute Kenntnisse in der Röntgenthoraxdiagnostik einschließlich Kinderradiologie
2. Jahr
- Vermittlung von Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in der Computertomographie (64-Zeilen-CT)
- Ca. 5 000 Untersuchungen pro Jahr einschließlich Polytraumata, Neuroophthalmologischer
- Untersuchungen, CT-Angio, CT-Coronarangiographie, virtuelle Koloskopie
- Computerrekontruktionen (2 und 3 dimensional)
- CT-Anatomie (Vertiefung)
- Strahlenschutz
- Befunderstellung
- Gerätetechnik
3. Jahr
- Vermittlung von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in der Kernspintomographie 1.5 T Power-Gradienten
- Ca. 2 500 Patienten pro Jahr
- MRCP, MR-Angio, Neuroophthalmologische Radiologie, Neuropädiatrische Radiologie, Kardio-MRT, Mamma-MRT
- Vertiefung der MRT-Anatomie
- Gerätetechnik
- Befunderstellung
4. Jahr
Ergänzend zum jeweiligen Arbeitsplatz
- Mammadiagnostik (ca. 2 800 pro Jahr) – alle ergänzenden Maßnahmen
möglich einschließlich minimalen invasiven Mammainterventionen plus
MR-Mamma - Interventionelle Radiologie (ca. 2 500 pro Jahr)
- Sonographie (in Kooperation mit den Kliniken des Hauses)
- Nuklearmedizin
5. Jahr
Ergänzend zum jeweiligen Arbeitsplatz Vertiefung und Vervollständigung der Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten des Gesamtfaches Radiologie
Geboten werden
- Doppelbefundung mit konstruktiver Kritik
- Mindestens 75 strukturierte Unterrichtsstunden pro Jahr
Inhalte: Radiologische Themen, Qualitätsmanagment, Leitbild, Ethik,
Quiz - Mindestens 4 Mitarbeitergespräche pro Jahr (eines davon gem. §8 WBO)
- Zum Selbststudium stehen zur Verfügung
- eine große Bibliothek
- große Fallsammlungen in vielen Fällen mit Histologie und Operationsergebnis (>6000)
- Rö.-Thorax
- Rö.-Skelett
- CT Schädel
- CT Abdomen/Becken
- CT Neuroophthalmologische Fragestellungen
- Mammadiagnostik
- Internet
- Teilnahme an fachfremden hausinternen Weiterbildungsveranstaltungen
- Teilnahme an klinisch-pathologischen Konferenzen
- Teilnahme internen Fortbildungen (Mitarbeiter der Abteilung, des Krankenhauses und externe Referenten)
- Teilnahme an externen Fortbildungsveranstaltungen
- Bei Bedarf Vermittlung von Hospitationen
Die Weiterbildung wird individuell an den Kenntnisstand (erworben in einer Praxis oder einem anderen Krankenhaus) angepasst.
Die volle Weiterbildungsermächtigung, die apparative Ausstattung, das vorhandene Lehrmaterial und der Wille aller potentiellen „Lehrer“ (CA, OA, FA) ermöglichen die Weiterbildung zum Facharzt für Radiologie, sowohl nach der alten als auch nach der neuen Weiterbildungsordnung.
• Teilnahme an klinisch-radiologischen Konferenzen
Untersuchungen und Behandlungsmethoden sowie Richtzahlen
- Ultraschalluntersuchungen einschließlich Doppler/Duplexuntersuchungen, an allen Organen und Organsystemen (1 000)
- Radiologische Diagnostik einschließlich Computertomographie,
z.B. an - Skelett und Gelenken (3 000)
- Schädel (500)
- einschließlich Spezialaufnahmen (500)
- Wirbelsäule (500)
- Thorax und Thoraxorganen (3 500)
- Abdomen und Abdominalorganen (2 000)
- Urogenitaltrakt (500)
- der Mamma (alle Verfahren) (2 000)
- Gefäßen (300)
- Magnetresonanztomographie
(z.B. an Hirn, Rückenmark, Nerven, Skelett, Gelenken, Weichteilen
einschließlich der Mamma, Thorax, Abdomen, Becken) (3 000)
- Interventionelle und minimal invasive radiologische Verfahren (250)
davon:
- Gefäßpunktionen, Zugänge und Katheterisierung BK
- rekanalisierende Verfahren, z.B. PTA, Lyse, Fragmentation, Stent (100)
- percutane Einbringung von Implantaten (10)
- gefäßverschließende Verfahren z.B. Embolisationssklerosierung (25)
- Punktionsverfahren zur Gewinnung von Gewebe und Flüssigkeiten sowie Drainagen von pathologischen Flüssigkeitseinlagerungen (50)
- Percutane Therapie bei Schmerzzuständen und Tumoren sowie ablative und gewebestabilisierende Verfahren
- Ausführlich begründete Gutachten (5)
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