
Das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied gehört mit zwei weiteren Standorten (neben Neuwied außerdem St. Josef Bendorf und St. Antonius Waldbreitbach) zur Marienhaus GmbH Waldbreitbach. Die Marienhaus GmbH wurde im Jahre 1903 von der Ordensgemeinschaft der Waldbreitbacher Franziskanerinnen gegründet und ist heute mit 22 Krankenhäusern, 16 Alten- und Pflegeheimen, zwei Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, sechs Hospizen sowie sechs weiteren Einrichtungen einer der großen christlichen Träger von sozialen Einrichtungen in Deutschland.
So weit die Zahlen. Hinter diesen beeindruckenden Zahlen steckt aber auch eine spannende und abwechslungsreiche Geschichte, die eigentlich auch nicht erst 1903, sondern bereits 40 Jahre früher in Waldbreitbach im Rheinischen Westerwald beginnt. Dort gründete Margaretha Flesch, eine junge Frau aus armen Verhältnissen, die Ordensgemeinschaft der Waldbreitbacher Franziskanerinnen. Mutter Rosa, wie sich die Stifterin nun nannte, und ihre Gefährtinnen wollten den Benachteiligten und Schwachen ihrer Zeit vorbehaltlos helfen. Das taten sie aus einem tiefen Glauben heraus. Er war für sie Ausgangspunkt und Motivation für ihre bedingungslose Zuwendung zu den Menschen. Die Schwestern gingen dorthin, wo die Not am größten war - und davon gab es in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts im Gefolge der Industriellen Revolution mehr als genug. Deshalb traten auch viele junge Frauen, denen Mutter Rosa ein Vorbild war, in die Ordensgemeinschaft ein.

So entstanden viele Niederlassungen; auch 1866 in Bendorf und ein Jahr später in Neuwied. Hier wie dort haben unsere Schwestern damals mit der ambulanten Krankenpflege angefangen. Nach kurzer Zeit haben sie ein Haus in der Neuwieder Marktstraße erworben, wo sie ein kleines Krankenhaus einrichteten. Als dieses den Anforderungen nicht mehr genügte, wurde das Gebäude in ein Waisenhaus umfunktioniert. An der Engerser Landstraße wurde ein Grundstück gekauft und ein neues, der Neuzeit und deren Anforderungen an Hygiene und Chirurgie angepaßtes Krankenhaus gebaut. Dieses wurde 1901 eingeweiht und hatte anfangs mit ausbleibenden Patientenüberweisungen zu kämpfen. Doch da das Personal gut arbeitete, löste sich dieses Problem recht schnell.
Im Ersten Weltkrieg diente das Krankenhaus als Lazarett. 1926 konnte ein Erweiterungsbau eingeweiht werden. 1967 kam ein siebengeschossiges Bettenhaus mit dem heutigen Haupteingang, der Entbindungs- und Frühgeburtenstation hinzu. Das in Richtung Friedrich-Ebert-Straße stehende Gebäude wurde im Jahre 1978 errichtet. Vor elf Jahren wurde die Palliativstation eröffnet und 2002 konnte die neue Liegendaufnahme eingeweiht werden, im selben Jahr erfolgte der Spatenstich für eine neue Intensivstation. Die Krankenstationen werden nach und nach renoviert.
Die Marienhaus GmbH versteht sich auch heute als christliches Unternehmen. Was das konkret bedeutet, ist im Leitbild der Marienhaus GmbH zusammengefaßt. Da heißt es beispielsweise:
"Der ganzheitliche Dienst am Menschen steht im Vordergrund unseres Handelns."
"Wir stellen uns der gesellschaftlichen Verantwortung, indem wir sowohl soziales als auch politisches Geschehen erkennen, darauf Einfluß nehmen und mitgestalten. Wir sind bereit, gerade in Zeiten der Veränderung im Rahmen unserer Möglichkeiten zukunftsorientierte Beiträge zur Fortentwicklung im Gesundheits- und Sozialwesen unseres Staates zu leisten."
Unser Engagement im Marienhaus Klinikum wollen wir unterschiedslos allen Menschen entgegenbringen, insbesondere denen, die unserer Hilfe bedürfen, die sich uns anvertrauen oder uns anvertraut werden.
Wir bemühen uns, in erfahrbarer Weise auf der Grundlage christlicher Nächstenliebe zu leben und zu arbeiten.