Das Marienhaus Klinikum St. Antonius ist eine Akut- und Fachabteilung mit 124 Betten, die sich auf acht Stationen verteilen. Alle Stationen werden offen geführt, d. h. ihre Eingangstüren sind tagsüber nicht geschlossen, so dass sie jederzeit ohne weiteres betreten und verlassen werden können.
Sie befinden sich in drei Gebäuden, die 1983 errichtet wurden. Alle Stationen, der Eingangsbereich und viele Funktionsräume wurden in den letzten Jahren von Grund auf renoviert und modernisiert.
Einer guten Tradition folgend tragen die Krankenstationen die Namen von Personen aus der Heiligengeschichte, die sich besonders um kranke und benachteiligte Menschen gekümmert haben.
Die Michael- und Martin-Station sind offene Aufnahmestationen mit jeweils 17 Betten (auf jeder Station vier 3-Bett-Zimmer, zwei 2-Bett-Zimmer und ein 1-Bett-Zimmer). Hier werden Menschen zur Behandlung aufgenommen, deren akute Erkrankungen Erregung, Störung der Orientierung, Eigen- oder Fremdgefährdung, körperliche Labilität oder andere Risiken mit sich bringen können. Darum sind diese Stationen und ihr Personal in besonderer Weise auf Schutz und intensive Betreuung ihrer Patientinnen und Patienten eingestellt. Schutz wird unter anderem dadurch gewährleistet, dass die tagsüber nicht verschlossenen Eingangstüren und die Flurbereiche vom Stationspersonal kontinuierlich beobachtet werden.
Die Vincenz-Station (18 Betten in fünf 3-Bett-Zimmern, einem 2-Bett-Zimmer und einem 1-Bett-Zimmer) ist eine allgemeinpsychiatrische Station, auf der Patientinnen und Patienten nach dem Abklingen ihrer akuten Krankheitssymptome behandelt und betreut werden. Die Station ist offen, bietet dabei aber ein hohes Maß an Geborgenheit und schützender Strukturierung. Das Pflegepersonal dieser Station ist ganz besonders darauf eingestellt, schnell und flexibel auf die sehr unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen Patientinnen und Patienten einzugehen, die sich aus den verschiedenen Erkrankungsarten ergeben. Besonders berücksichtigt wird dabei, wie weit der einzelne Mensch zu eigenständigem und selbstbestimmtem Handeln in der Lage ist. Aktivierung wird gefördert. Die Patientinnen und Patienten werden ermutigt, ihre krankheitsbedingten Grenzen auf Durchlässigkeit zu überprüfen. Dabei wird behutsam darauf geachtet, Überforderung zu vermeiden. Ziel ist es, eine individuell angemessene Balance zwischen Rückgriff auf Bewährtes und Mut zu Neuem zu finden. Auf der Vincenz-Station steht den Patientinnen und Patienten ein breites Angebot an Therapieformen zu Verfügung.
Auf der Maria-Station (fünf 3-Bett-Zimmer, ein 2-Bett-Zimmer, ein 1-Bett-Zimmer) werden vornehmlich Menschen aus dem mittleren und höheren Lebensalter mit depressiven Erkrankungen, hirnorganischen Störungen ohne schwere Desorientierung, psychotischen Residualzuständen und anderen psychiatrischen Erkrankungen behandelt. Das Behandlungskonzept dieser Station setzt seine Schwerpunkte einerseits auf den Schutz und die betreuende Fürsorge für Menschen, die krankheitsbedingt in ihrer Selbststeuerung eingeschränkt sind. Andererseits werden vorhandene Ressourcen ausgelotet, den Patientinnen und Patienten bewusst und nutzbar gemacht. Im Vordergrund stehen ergotherapeutische und bewegungstherapeutische Maßnahmen, Hirnleistungstraining sowie die Förderung alltagsbewältigender Aktivitäten.
Die Elisabeth-Station (fünf 2-Bett-Zimmer und zwei 1-Bett-Zimmer) ist eine allgemeinpsychiatrische Station, auf der Patientinnen und Patienten aller Krankheitsbilder ohne akute Risiken (Selbst- oder Fremdgefährdung, Desorientierung, mangelnde Selbststeuerung) behandelt werden. Hier können bei entsprechender Zuzahlung (z.B. durch Privat- oder Zusatzversicherungen) Wahlleistungen und besondere Komfortleistungen in Anspruch genommen werden.

Die Hildegard-Station bietet 13 Patientinnen und Patienten Platz (sechs 2-Bett-Zimmer und ein 1-Bett-Zimmer). Hier werden neurotische Erkrankungen, psychoreaktive Störungen (z.B. Angsterkrankungen, Zwänge, Erschöpfungssyndrome) und psychosomatische Krankheitsbilder (körperliche Beschwerden mit seelischer Ursache, z.B. Herzbeschwerden, Störungen des Verdauungssystems) behandelt. Im Vordergrund der Behandlung stehen therapeutische Gruppen- und Einzelgespräche; sie werden begleitet von flankierenden therapeutischen Maßnahmen.
Die Theresia-Station bietet mit sechs 2-Bett-Zimmern und einem 1-Bett-Zimmer 13 Therapieplätze. Hier werden vorwiegend solche Patientinnen und Patienten behandelt, bei denen sich im Zusammenhang mit einer Persönlichkeitsstörung oder einer neurotischen Erkrankung eine Abhängigkeit - meistens von Alkohol oder Medikamenten - entwickelt hat.
Bedingung für die Aufnahme bzw. Verlegung auf die Theresia-Station ist die Einwilligung der Patientin/des Patienten in die Vereinbarungen des Behandlungskonzepts. Eine eventuell notwendige Entgiftung kann auf einer der Aufnahmestationen durchgeführt werden.
Mit dem Behandlungskonzept der Theresia-Station wird angestrebt:
Das Behandlungsprogramm legt den Schwerpunkt auf Gruppen- und Einzelgespräche, Informationsveranstaltungen und Kontakte zu Selbsthilfegruppen. Körpernahe Therapieformen (z.B. Sporttherapie, Bewegungstherapie) fördern das Gefühl für den eigenen Körper, das Gespür für Funktions- und Bewegungsabläufe, die Lust an der Körperkontrolle.
Die Johannes-Station (16 Betten in drei 3-Bett-Zimmern, drei 2-Bett-Zimmern und einem 1-Bett-Zimmer) ist speziell für die Behandlung von (meist jüngeren) Menschen ausgerichtet, die früh in ihrem Leben tiefgreifenden körperlichen oder seelischen Verletzungen ausgesetzt waren und dadurch bedingt in ihrer Persönlichkeit Störungen aufweisen. Diese können sich z. B. in Schwierigkeiten im Umgang mit ihren Mitmenschen äußern oder in Essstörungen manifestieren. Auch Menschen, die unter dem Eindruck eines tiefgreifenden Verlusts, eines schweren Schicksalsschlages oder andauernder massiver Belastung seelisch verletzt (traumatisiert) wurden, finden hier spezielle Behandlung (s. Psychotraumatologie). Auf klare Strukturierung der Abläufe im Zusammenleben wird besonders geachtet. Offenheit, Verbindlichkeit und Transparenz im Umgang miteinander sind wichtige therapeutische Themen.