
Linksherzkathetermessplatz
Seit dem Jahr 2007 wird im Krankenhaus Hetzelstift ein Herzkathetermessplatz betrieben.
Im Herzkatheterlabor werden sowohl diagnostische Untersuchungen (Links- und Rechtsherzkatheter) als auch Behandlungen mit dem Ballonkatheter (sogenannte Aufdehnung von Engstellen) sowie der Einsatz von medikamentös beschichteten und von unbeschichteten Metallstützen („Stents“) durchgeführt.
Besondere Schwerpunkte sind bei dieser im Hetzelstift neuen Methode sind der Herzkatheter von der Armarterie aus, der sogenannte transradiale Zugang. Bei dieser Methode muss der Patient nicht mehr nach der Untersuchung im Bett liegen und kann gleich aufstehen, was sich auch auf die Komplikationen günstig auswirkt.
Besondere Erfahrung liegt außerdem bei sogenannten komplizierten Eingriffen vor, so z. B. bei der sogenannten Wiedereröffnung verschlossener Koronararterien, der Therapie von Verzweigungsstenosen, der Anwendung von Schutzfiltern bei Eingriffen an Bypassgefässen („Protektionssysteme“), der Anwendung von Absaugkathetern („Thrombektomie“) sowie bei allen Notfalleingriffen inklusive der Anwendung der intraaortalen Ballonpumpe (Herzunterstützung) bei allen Formen des kardiogenen Schocks (Herzschock z. B. durch einen akuten Herzinfarkt).
Seit April 2007 bieten wir einen kompletten 24-h Rufdienst zur Behandlung von akuten Herzinfarkten an. Das bedeutet, dass eine hochspezialisierte Versorgung von Herzpatienten im Herzkatheterlabor jederzeit möglich ist.
Neu eingeführt:
Seit kurzem besteht auch die Möglichkeit, sehr harte und verkalkte Engstellen an den Herzkranzgefässen mit einem diamantenbeschichteten Bohrkopf zu behandeln (sogenannte Rotablation). Dieses stellt eine wichtige Erweiterung im Behandlungsspektrum dar und kann eine Herzoperation in vielen Fällen ersparen.
Als eines von wenigen Zentren in Deutschland besteht bei uns seit kurzem die Möglichkeit, dass im Herzkatheterlabor eine tragbare miniaturisierte Herzlungenmaschine, welche anders als bisher über einen kleinen Schnitt in der Leiste eingesetzt wird, das Überleben von schwer kranken Patienten erlaubt. Mit diesem ganz neu am Markt befindlichen System können zudem besonders komplizierte Eingriffe im Herzkatheterlabor überhaupt erst ermöglicht werden. "Wir sind froh und stolz, dass wir zu den wenigen Zentren weltweit gehören, die dieses lebensrettende Gerät vor Ort haben", so freut sich von Korn, Chefarzt der Abteilung. Es handelt sich hier um eine echte Herz-Lungenmaschine ("Lifebridge"), wie sie sonst bei großen Herzoperationen eingesetzt wird und welche einen kompletten Ersatz der Funktionen von Herz und Lunge erlaubt.
Eine faszinierende neue Behandlungsmethode zur Behandlung von Engstellen im Herzen bzw. den Herzkranzgefässen ist neuerdings im Hetzelstift möglich: Die Behandlung mit einem medikamentös beschichteten Ballon. Hierbei kann auf den Einsatz einer Metallstützte (Stent) ggfs. verzichtet werden. Die ersten Ergebnisse sind ermutigend.
Als weiterer Schwerpunkt werden Löcher in den Herzvorhöfen (sogenanntes PFO und ASD) im Herzkatheter verschlossen, was den Patienten eine Operation am offenen Herzen erspart. Die Technik der sogenannten transseptalen Punktion wie auch die Durchführung von Perikardpunktionen (Herzbeutelpunktion) und Biopsien (Probenentnahmen aus dem Herzmuskel) gehört ebenfalls zum Repertoire der Klinik.
Neue Therapieverfahren wie die Aortenklappensprengung, die Verödungsbehandlung bei der sogenannten hypertrophen Kardiomyopathie, die sogenannte „retrograde Rekanalisation“ (Spezialeingriff zur Wiedereröffnung verschlossener Herzkranzgefässe und die Einführung der biventrikulrären Stimulation (spezieller Herzschrittmacher zur Herzkraftsteigerung bei Herzschwäche) konnten inzwischen erfolgreich in der Klinik etabliert werden (siehe unten).
Die wissenschaftlichen Schwerpunkte der Abteilung beschäftigen sich mit der Behandlung von sogenannten Verzweigungsstenosen (Bifurkationen), dem transradialen Zugang, dem akuten Koronarsyndrom, seltenen Formen der Kardiomyopathie (sogenannte Tako-Tsubo-Kardiomyopathie), der Behandlung von Wiederverschlüssen („Restenosen“) von Stents mit einem beschichteten Ballon, Vorhofohrverschluss bei Patienten mit Vorhofflimmern und dem Einsatz innovativer Medikamente zur Beschichtung von Koronarstents.
Eine ganz neue faszinierende Methode erlaubt die Beurteilung von Engstellen im Bereich der Herzkranzgefäße, dadurch, dass durch winzige Drähte der Blutfluss direkt im Herzen gemessen werden kann (sog. Flussmessung oder "FFR"). Durch dieses Verfahren kann z. B. beurteilt werden, inwiefern eine im Röntgenbild erkannte Engstelle eine Bedeutung für den Blutfluss im Herzen hat.
Mehr über neue Therapieverfahren im Krankenhaus Hetzelstift:
Aortenklappensprengung
Verödungsbehandlung
Löcher im Herzvorhof
Retrograde Rekanalisation (Wiedereröffnung verschlossener Herzkranzgefäße)
Hilfe für Patienten mit Herzschwäche
Qualitätsmanagement im Herzkatheterlabor
Das systematische Qualitätsmanagement im Herzkatheterlabor wird in unserer Klinik besonders beachtet. Neben der bundesweit geforderten Dokumentation aller Eingriffe im so genannten „BQS-System“ haben wir im Hetzelstift noch eine zusätzliche Form der Qualitätskontrolle eingeführt. Hierbei werden alle möglichen Komplikationen, die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehen könnten, systematisch erfasst und in regelmäßigen Abständen ausgewertet. Entscheidend hierbei ist, dass die Ergebnisse dieser Auswertung eine direkte Auswirkung auf die Patientensicherheit haben, da umgehend bei Auffälligkeiten entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität ergriffen werden.


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