

Immer mehr Patienten des Hetzelstifts können jetzt „in die Röhre gucken". Das neue Gerät zur Magnetresonanztomographie (MRT) gibt genaue Auskunft über ihr Innenleben und macht auch die Abbildung von Blutgefäßen möglich. Für das Krankenhaus bietet das den Vorteil, dass die Röntgenmedizin im eigenen Haus noch enger mit den anderen Abteilungen und dem Gefäßzentrum zusammenarbeiten kann.
Der Radiologe Matthias Arens, zusammen mit Werner Gallo und Andreas Jung einer der drei Chefärzte des Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie am Hetzelstift, spricht von einem „Meilenstein in der Diagnostik für das Hetzelstift". Mit dem alten Gerät seien viele Untersuchungen nicht möglich gewesen, die Patienten hätten die Befunde an anderen Orten erstellen lassen müssen. Rund 800.000 Euro hat das Krankenhaus jetzt in diese fünf Tonnen „geballte Technologie" inklusive Zubehör investiert. Die laufenden Betriebskosten gibt Radiologe Arens mit 60.000 Euro pro Jahr an.
Das MRT-Gerät arbeitet ganz ohne Strahlenbelastung. Es läuft über ein kompliziertes Magnetsystem mit einer magnetischen Flussdichte von 1,5 Tesla. Patienten, die in die Röhre geschoben werden, müssen daher ihren Schmuck und auch die Uhr ablegen. Selbst Ärzte und das Personal müssen sich vor seinem Magnetfeld hüten. Kommen sie ihm zu nahe, zieht es Unvorsichtigen locker einen Kugelschreiber, teilweise sogar den Schlüsselbund aus der Hand.
20 bis 30 Minuten dauert eine MRT-Untersuchung. So können täglich 16 bis 20 Patienten damit untersucht werden. Etwa die Hälfte davon sind Patienten des Hetzelstifts; zur Hälfte wird das Gerät von anderen Kliniken mitgenutzt, wenn diese etwa im Hetzelstift Untersuchungswerte anfordern, und auch von der radiologischen Praxis in Neustadt. Wertvolle Hinweise liefert es nicht nur für die Gefäß- und Herzdiagnostik, auch die Urologie, die Chirurgie, die Gynäkologie, die Innere Medizin und die Notfallmedizin im Hetzelstift profitieren davon. „Vor allem die Diagnostik von akuten Schlaganfällen wird so sehr viel präziser", erläutert Arens.
Voraussetzung für eine präzise Arbeit allerdings sind auch besonders geschulte Mitarbeiter. „Die Qualität der Aufnahmen", so Arens, „hängt entscheidend von der Qualität unserer Medizinisch-Technischen Assistentinnen ab", betont er. Eine von ihnen ist Astrid Schreyer. „Die Arbeit mit dem MRT", erklärt sie, „beginnt schon während der dreijährigen Ausbildung mit technischen Grundlagen von Kernspin." Wichtig für ihren Beruf seien physikalisches und technisches Verständnis; denn „man muss wissen, was auf den Bildern sichtbar werden soll, und Auffälligkeiten erkennen". Die Methoden würden immer komplexer. Eigenverantwortlich arbeitet sie bei den Untersuchungen einen Fragenkatalog ab, der einen genauen Aufschluss über die untersuchten Organe des jeweiligen Patienten gibt. Der Arzt muss sich auf sie verlassen können, damit er schließlich den betreffenden Befund stellen kann.
In anderen Ländern, so Schreyer, könne man in diesem Beruf den Bachelor of Science erwerben. Das solle bald zukünftig in Deutschland möglich werden. „Leider entscheiden sich noch viel zu wenige Frauen für diesen Beruf", bedauert sie. Spannend sei er, verantwortungsvoll und eine Entlastung für den Radiologen. Im Hetzelstift arbeiten derzeit im Bereich Radiologie immerhin 14 Medizinisch-Technische Assistentinnen. (hjm)
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Mittelhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.175
Datum: Samstag, den 31. Juli 2010
Seite: Nr.16
"Deep-Link"-Referenznummer: '6640860'
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