Gute Nachricht aus dem Ural

Dreijährige Russin erfolgreich im Hetzelstift operiert - Niere dauerhaft gerettet


Gute Nachrichten aus dem Ural: Die dreijährige Xenija Baranowa aus dem Uralstädtchen Perwouralsk ist wohlauf, ihre Niere funktioniert einwandfrei. Die Vorgeschichte ist allerdings dramatisch und hätte das Kind beinahe seine funktionierende Niere gekostet - auf lange Sicht hätte Xenija ihre Krankheit nicht überlebt, wenn sie nicht am Hetzelstift in Neustadt operiert worden wäre. Und das ist kostenlos erfolgt.


Die Fakten: Xenija wurde mit einer Harnabflussstörung geboren. Daher hatte sich nach Angaben des Krankenhauses ein Rückstau gebildet, der immer größer wurde. Dadurch hatte die akute Gefahr bestanden, dass die Niere die Arbeit einstellten könnte. Zudem stellte der gesammelte Urin ein enormes Infektionsrisiko dar.


Die behandelnden Ärzte in Perwouralsk nahe der rumänischen Grenze hätten dabei 2009 eine falsche Diagnose gestellt. Sie hätten eine zu 30 Prozent noch funktionierende Niere entfernen wollen, teilte das Hetzelstift jetzt mit. Das erzählten die Eltern Olga und Konstantin Baranow einer Freundin, Maria Dusdal, die am Hetzelstift als Krankenschwester tätig ist. Hellhörig geworden, bat diese um alle Befunde, Untersuchungsberichte und Röntgenbilder, die nach Neustadt geschickt wurden. „Schwester Maria" organisierte, dolmetschte und legte die osteuropäischen Befunde zwei Hetzelstift-Ärzten vor.


Die Diagnose der Spezialisten fiel anders aus als die der russischen Kollegen: Nicht die Niere verursachte den Harnstau, sondern der Harnleiter selbst wies eine Engstelle auf. „Diese absolut nicht ungewöhnliche Verengung der Harnwege führt bei Nicht-Behandlung unweigerlich zu schwerwiegenden Infektionen", so der Facharzt für Urologie und Kinderurologie am Hetzelstift, Ralf Witthuhn. „Außerdem besteht die große Gefahr, dass die Niere ihre Funktion ganz aufgibt." Der Therapie-Vorschlag war schnell klar: Xenija musste in Deutschland operiert werden. Mit der Hausleitung wurde geklärt, ob das Hetzelstift die Kosten dafür selbst übernehmen würde. „Da gab es keine Diskussion, unsere Oberin Schwester Therese Nolte hat sofort zugesagt, die Ärztliche Direktorin Maria Hery ebenfalls", so Hetzelstift-Sprecherin Claudia Reh.


Maria Dusdal organisierte Unterbringung und Aufenthaltserlaubnis, und im Dezember 2008 konnte Xenija zum ersten Mal im Hetzelstift untersucht werden. Ihr Harnleiter sei stark geschwollen gewesen, und es habe sich ein halber Liter Urin angestaut. Da die Gefahr eines Risses bestanden habe, sei der Operationstermin sofort festgesetzt worden.


Bei der Operation sei die Engstelle entfernt worden. Xenija sei Mitte Januar entlassen worden, und die erste Kontrolle nach drei Monaten sei auch positiv gewesen. „Frühestens nach einem Jahr kann man aber feststellen, ob die Niere ihre Funktion wirklich aufgenommen hat: Diese gute Nachricht haben wir jetzt aus Perwouralsk erhalten", so Witthuhn. (boe)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Mittelhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.171
Datum: Dienstag, den 27. Juli 2010
Seite: Nr.14
"Deep-Link"-Referenznummer: '6595006'
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