Pfeiffer-Drüsenfieber
Das Pfeiffer-Drüsenfieber, auch Pfeiffer'sches Drüsenfieber, infektiöse Mononukleose, Mononucleosis infectiosa, Monozytenangina oder Kusskrankheit (engl.: (Student's) Kissing Disease) genannt, ist eine häufige Viruserkrankung, die durch das Epstein-Barr-Virus hervorgerufen wird, die Lymphknoten befällt, aber auch Leber, Milz und Herz einschließen kann. Am häufigsten sind ältere Kinder und junge Erwachsene von der Krankheit betroffen. Bei Kindern unter zehn Jahren verläuft die Erkrankung in der Regel ohne Symptome. Bei Erwachsenen treten meist grippeähnliche Krankheitsanzeichen und nur selten Komplikationen auf. Schätzungsweise 95 % der Menschen infizieren sich bis zum 30. Lebensjahr, wodurch sich Antikörper gegen das Virus bilden. In der Regel tritt die Krankheit im Leben eines Menschen nur einmal auf. Allerdings sind wiederholte Infektionen (Reinfektionen) wie bei allen Herpesviren möglich. Langgezogene Krankheitsverläufe, die sich in abgeschwächter Form mitunter über Monate und Jahre erstrecken, sind selten. Der Erreger wird vor allem über den Speichel übertragen. Als weitere Übertragungswege sind Tröpfcheninfektion und Kontaktinfektion bzw. Schmierinfektion nachgewiesenBesonders unter jugendlichen Pärchen erfolgt die Übertragung sehr oft von Mund zu Mund, weshalb die Krankheit im Volksmund oft auch als "Kusskrankheit", "Studentenkrankheit" oder "Studentenfieber", engl. "Kissing Disease" oder auch "Honeymoon Disease", bezeichnet wird. Die Inkubationszeit beträgt bei Kindern 7 bis 30 Tage. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist sie mit 4 bis 7 Wochen schon deutlich länger. Nach einer Primärinfektion beginnt die Krankheit häufig mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber (38–39 °C), Gliederschmerzen, Leibschmerzen und starker Müdigkeit. Zusätzlich schwellen die Lymphknoten der Erkrankten an Hals, Nacken, selten auch unter den Achseln und an den Leisten an (Lymphadenopathie). Bei vielen der Betroffenen bildet sich außerdem eine Halsentzündung bzw. Mandelentzündung (Angina tonsillaris), bei der ein eher schmutzig-grauer statt weißer Belag auf den Mandeln entsteht, der nicht auf die Umgebung der Mandeln (Tonsillen) übergreift. Ziemlich auffällig ist daher bei vielen Patienten ein fauliger Mundgeruch (Foetor ex ore). Bei vielen Patienten kommt Nachtschweiß als weiteres Symptom hinzu, dem durch unmittelbaren Wäschewechsel begegnet werden muss, da sonst zusätzlich Erkältungssymptome hervorgerufen oder verstärkt werden können. Die Krankheit dauert in der Regel wenige Tage bis 2 Wochen.
In ca. 10 % der Fälle kommt es außerdem zu einem bakteriellen Infekt, der gegebenenfalls mit Antibiotika behandelt werden muss. Ein spezielles Präparat gegen das Pfeiffersche Drüsenfieber gibt es bisher nicht. Bei Fieber ist es zum Flüssigkeitsausgleich notwendig, viel zu trinken und wenn angebracht auch fiebersenkende Medikamente zu nehmen. Außerdem sollte sich der Patient unbedingt genügend ausruhen.