20.12.2012

Erfolgreicher zweiter Rückengesundheitstag

Dr. Martina Zimmermann (Bildmitte), die Ärztliche Leiterin der Schmerz-tagesklinik in Bendorf, ihre Mitarbeiterinnen Sr. Gaby Metz, Pain Nurse (links), und Dr. Martina Schneider, Fachärztin für Innere Medizin (rechts) boten Interessierten beim Rückengesundheitstag Beratung zum Thema Rückenbeschwerden.

Neuwied. Rückenschmerzen sind die Volkskrankheit Nummer eins – da wundert es nicht, dass Mitte März zahlreiche Menschen zum zweiten Rückengesundheitstag ins Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied kamen. „Allein in den ersten drei Stunden besuchten über 50 Menschen aus dem ganzen Kreis Neuwied unseren zentralen Info-Stand“, freute sich Dr. Martina Zimmermann, die Ärztliche Leiterin der Schmerztagesklinik des Marienhaus Klinikums St. Josef Bendorf. Gemeinsam mit ihren Kollegen hatte sie die Aktion zum deutschlandweiten Tag der Rückengesundheit auf die Beine gestellt, bei der sich Interessierte rund um das Thema Rückenbeschwerden und über das Leistungsangebot der Schmerztagesklinik in Bendorf informieren konnten. „Teilweise berichteten uns die Menschen auch konkret von ihren Schmerzen – manche hatten extra ihre Röntgenaufnahmen mitgebracht“, so Dr. Zimmermann. Von ihr und ihren Mitarbeitern bekamen die Patienten dann eine erste Beratung, eine kompetente Einschätzung der Symptome sowie Hinweise zu Therapiemöglichkeiten.

Dezember 2011

Ein Beitrag über die Schmerztagesklinik in der Zeitschrift "Bild der Frau":

"Schmerztherapie rettete mich vor der OP"

 

April 2011
Pressemitteilung der Initiative Region Mittelrhein e.V. zum Thema

Teufelskreis Rückenschmerz

Vallendar. „Ich hab`s am Rücken, doch nicht am Kopf“, empört sich manch ein Patient, der an der psychologischen Therapie an der Schmerztagesklinik in Bendorf teilnehmen soll. In einem Seminar der Initiative Region Mittelrhein und der VHS der Verbandsgemeinde Vallendar machten die Schmerztherapeutin Dr. Martina Zimmermann und Schmerzpsychotherapeut Dr. Hans Werner Becker der einzigen Schmerztagesklinik in der Region Mittelrhein deutlich, wie stark Kopf und Schmerz zusammenhängen. Drei Millionen Deutsche leiden unter chronischen Rückenschmerzen. Das Problem: Die Ursache ist meist schwache Rumpfmuskulatur, aber auch Stress, Konflikte oder Unzufriedenheit am Arbeitsplatz. „Wer Schmerzen hat, nimmt eine Schonhaltung ein. Und das führt meistens zu einem Teufelskreis, aus dem der Patient alleine nicht mehr herauskommt“, erklärte die Leiterin der Schmerztagesklinik Zimmermann. „Wir versuchen diesen Teufelskreis mit einer multimodalen Therapie zu durchbrechen. Diese besteht aus einem gezielten Einsatz von Medikamenten, aus Physio- und Psychotherapie.“ In der Schmerztagesklinik beschäftigt sich ein ganzes Team aus unterschiedlichen Fachdisziplinen mit dem chronischen Kranken. „Wir sehen uns als Lotse, der versucht, einen individuellen Weg aus dem Schmerz herauszufinden.“ Patienten kommen zwei Mal die Woche. Insgesamt 14 Tage. Zahlreiche Fragen des gut besuchten Seminars zeigten, wie stark das Interesse am chronischem Rückenschmerz ist.

 

Beim Tag der Rückengesundheit im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied am 15. März 2011 informierten sich Interessierte rund um das Thema Rückenbeschwerden.

März 2011

Erfolgreicher erster Rückengesundheitstag

Neuwied. Rückenschmerzen sind die Volkskrankheit Nummer eins – da wundert es nicht, dass Anfang vergangener Woche zahlreiche Menschen zum ersten Rückengesundheitstag ins Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied kamen. „Allein in den ersten drei Stunden besuchten über 50 Menschen aus dem ganzen Kreis Neuwied unseren zentralen Info-Stand“, freute sich Dr. Martina Zimmermann (rechts im Bild), die Ärztliche Leiterin der Schmerztagesklinik des Marienhaus Klinikums St. Josef Bendorf. Gemeinsam mit ihren Kollegen hatte sie die Aktion zum deutschlandweiten Tag der Rückengesundheit auf die Beine gestellt, bei der sich Interessierte rund um das Thema Rückenbeschwerden und über das Leistungsangebot der Schmerztagesklinik in Bendorf informieren konnten. „Teilweise berichteten uns die Menschen auch konkret von ihren Schmerzen – manche hatten extra ihre Röntgenaufnahmen mitgebracht“, so Dr. Zimmermann. Von ihr und ihren Mitarbeitern bekamen die Patienten dann eine erste Beratung, eine kompetente Einschätzung der Symptome sowie Hinweise zu Therapiemöglichkeiten.

 

 

Unter fachkundiger Anleitung erlernen die Betroffenen spezielle Übungen, um die Rückenmuskulatur zu kräftigen.

März 2011

Rückenschmerzen sinnvoll vorbeugen

Tag der Rückengesundheit am 15. März 2011 im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied bietet Beratung und Information

Neuwied. Rückenschmerzen - ein Problem, das fast jeder kennt. Mit der Informationsveranstaltung am 15.März von 10 bis 15 Uhr  im Foyer des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth Neuwied unterstützt die Schmerztagesklinik  des Klinikums den bundesweiten Aktionstag zur aktiven Prävention von Rückenbeschwerden.

Im Folgenden spricht Dr. Martina Zimmermann über Rückenschmerzen und gibt Tipps zur Vorbeugung und Behandlungsmöglichkeiten. Die Ärztin leitet die Schmerztagesklinik des Marienhaus Klinikums am Standort Bendorf und arbeitet dort zusammen mit Fachkrankenschwestern, Psychologen und Physiotherapeuten, um chronische Schmerzpatienten zu behandeln.  

Dr. Martina Zimmermann, Ärztliche Leiterin der Schmerztagesklinik im Marienhaus Klinikum St. Josef Bendorf

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit – warum lässt so viele Men-schen das Kreuz im Stich?
Dr. Martina Zimmermann: Rückenschmerzen sind sogar die traurige Nummer eins unter den Volkskrankheiten. Rund 30 Millionen Menschen in Deutschland haben hin und wieder oder regelmäßig Schmerzen im Kreuz, einen verspannten Nacken oder leiden unter einem Hexenschuss. Und die Zahl der Betroffenen nimmt weiter zu.

Was sind die Ursachen?
Dr. Martina Zimmermann: Immer mehr Menschen belasten die Wirbelsäule einseitig oder bewegen sich zu wenig. Bei wiederkehrenden Rückenschmerzen gibt es immer einen Auslöser oder Verstärker. Beispiele hierfür sind zu langes Sitzen oder Stehen, eine zu schwache Rückenmuskulatur, fehlender Ausgleich zum Alltag oder auch Stress in Familie und Beruf sowie Unzufriedenheit. 

Also gibt es einen Zusammenhang zwischen Rückenschmerz und Psyche?
Dr. Martina Zimmermann: Eindeutig ja. Es ist ein Teufelskreis. Denn Schmerzen führen zu Bewegungseinschränkung, in Folge zu Muskelabbau, weiterer Verspannung, es folgt die Depression mit sozialem Rückzug – das alles macht wiederum Schmerzen.

Wie lässt sich dieser Teufelskreis aus Schmerz, Schonhaltung und weiteren Verspannungen unterbrechen?
Dr. Martina Zimmermann: Ein Teil der Betroffenen bekommt seine Schmerzen mit aktiver Gymnastik, z. B. Dehnübungen, Ausdauertraining, Schulung der Körperwahrnehmung und dem Üben von Alltagsbewegungen wie z. B. bügeln, Fenster putzen in den Griff. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist das Erlernen eines Entspannungstrainings, Verhaltenstherapie und ein adäquates Stressmanagement. Als sinnvoll erweisen sich u. a. lokalen Maßnahmen und da, wo nötig, ein gezielter Einsatz von Medikamenten.

Wann sollte man zu Medikamenten oder Schmerztabletten greifen?
Dr. Martina Zimmermann: Auf keinen Fall sollten Schmerzmittel unkontrolliert eingenommen werden. Bei akuten Schmerzen können sie sinnvoll sein, um nicht in den Teufelskreis Schmerz – Schonhaltung – Verspannung zu kommen. Chronische Schmerzen werden oft mit geeigneten Medikamenten soweit reduziert, dass die Patienten dadurch erst überhaupt in die Lage versetzt werden, Bewegungs- und Entspannungsübungen durchzufüh-ren.
 
Und welche Patienten kommen zu Ihnen in die Tagesklinik?
Dr. Martina Zimmermann: Menschen, die mehr als drei bis sechs Monate und sogar noch länger unter anhaltenden oder immer wieder auftretenden Schmerzen leiden. Etwa 80 Prozent unserer Patienten haben Rückenschmerzen. Aber auch andere Schmerzen, wie Kopfschmerzen, oft in Kombination mit Rücken-/Kreuzschmerzen oder z. B. Schmerzen nach Gürtelrose, werden von uns behandelt.
 
Frau Dr. Zimmermann, was tun Sie selbst, um Ihren Rücken gesund zu halten?
Dr. Martina Zimmermann: Ich versuche, jeden Morgen mindestens zehn Minuten Gymnastik unterzubringen und Bewegung in Alltagssituationen zu integrieren, wie Treppen steigen statt Aufzug fahren oder gehen statt fahren. Als Ausgleichssport schwimme ich regelmäßig.

 

 

Dezember 2010

Schmerztherapeuten ganz in der Nähe

Asbach. Wieso in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Diese Frage stellten sich letztendlich die rund 30 Teilnehmer des Arzt-Patientengesprächs zum Thema Rückenbeschwerden. Die Initiative Region Mittelrhein hatte zusammen mit der Kreisvolkshochschule Neuwied nach Asbach eingeladen.
Die Experten aus der Region, Frau Dr. Zimmermann von der Schmerztagesklinik am Marienhaus-Klinikum St. Josef in Bendorf sowie Dipl.-Psychologe Dr. Hans Werner Becker aus Flammersfeld machten deutlich, dass Rückenschmerzen zu einer Volkskrankheit geworden sind. 80% der Bevölkerung litten darunter. Immer häufiger entwickelt sich aus einem akuten Schmerz ein chronischer. Dies führt unweigerlich zu einer beeinträchtigenden Leistungsfähigkeit und kann in depressiven Verstimmungen enden. Allerdings haben sich auch die Behandlungsmöglichkeiten in den letzten Jahren sehr weiterentwickelt. Die beiden Experten aus der Region Mittelrhein wiesen eindrücklich auf leicht erlernbare Präventionsmaßnahmen hin und auf kombinierte Therapiekonzepte aus medizinischen, physiotherapeutischen und psychologisch-schmerztherapeutischen Maßnahmen. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie wenig bekannt ist, dass eine solche Schmerzklinik sich ganz in der Nähe befindet. Aus diesem Grund veranstaltet die Initiative Region Mittelrhein auch weiterhin solche Arzt-Patientengespräche. Dr. Mirko Steudle, Arbeitskreisleiter Gesundheit der Initiative: „Die Region Mittelrhein hat hervorragende Spezialisten. Wir wollen aufzeigen, welche medizinischen Leistungen in der Region Mittelrhein erbracht werden.“ 

 

Juli 2010 Marienhaus Echo

„Viele fühlen sich erstmals sei langem wieder ernst genommen“

Marienhaus Klinikum St. Josef Bendorf:
Die Schmerztagesklinik feiert ihr zehnjähriges Bestehen

Bendorf. Das Team habe sich in all den Jahren „breite Anerkennung und hohe Akzeptanz erworben“, lobte der Ärztliche Direktor Dr. Wolfgang Stollhof die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schmerztagesklinik. Und Chefarzt Dr. Christian-René de Mas, dem die Schmerztagesklinik eigentlich zugeordnet ist (der aber gerne einräumte, wie eigenständig das Team um die Leitende Ärztin Dr. Martina Zimmermann arbeitet), unterstrich, dass sie „hervorragende Arbeit leistet“. – Mit einer kleinen Jubiläumsveranstaltung feierte die Schmerztagesklinik des Marienhaus Klinikums Ende April ihr zehnjähriges Bestehen. Und auch wenn die Redner voll des Lobes für diese Klinik – damals die erste ihrer Art in Rheinland Pfalz und in der Trägerschaft in dieser Form bisher einmalig – waren, so deutete Martina Zimmermann an, dass sich das Team mit dem Erreichten nicht zufrieden geben oder gar auf dem Erfolg ausruhen wird, schließlich „haben wir noch zahlreiche neue Ideen!“
Die Idee, etwas für Schmerzpatienten zu tun, keimte im damaligen St. Elisabeth-Krankenhaus in Neuwied schon Ende der 80er Jahre, wie Wolfgang Stollhof erinnerte. Aus diesen Überlegungen resultierte dann übrigens auch die Palliativstation, die 1991 eröffnet wurde. Es dauerte dann noch bis zur Jahrtausendwende, bis die Tagesklinik für Patienten mit chronischen Schmerzen in Neuwied ihre Arbeit aufnahm. Im Januar 2004 erfolgte dann der Umzug nach Bendorf. Hier fand das interdisziplinäre Team deutlich bessere (nicht nur) räumliche Bedingungen vor.
In Deutschland gibt es etwa acht Millionen Menschen, die an chronischen Schmerzen leiden. Oftmals bestimmen die Schmerzen den Alltag dieser Menschen. Ihre Lebensqualität ist massiv beeinträchtigt, der Schmerz zermürbt die Betroffenen und nimmt ihnen die Lebenslust. Bevor sie in die Schmerztagesklinik kommen, haben viele schon eine langjährige und quälende Odyssee durch Arztpraxen, Krankenhäuser und Rehakliniken hinter sich. Und oft das Gefühl, dass sie mit ihren Problemen nicht ernst genommen und für Simulanten gehalten werden.
Das ist in Bendorf ganz anders. Hier kümmert sich ein interdisziplinäres Team aus Medizinern, Psychologen, Physiotherapeuten und Pflegepersonal – bei Bedarf werden auch andere Berufsgruppen hinzugezogen – um die Patienten. Man nimmt sich Zeit für sie, begegnet ihnen mit Empathie und spricht auf Augenhöhe mit ihnen. „Viele fühlen sich erstmals seit langem wieder ernst genommen“, so Martina Zimmermann. Und auch wenn das Team der Schmerztagesklinik die Beschwerden, mit denen die Patienten kommen, häufig nicht beseitigen kann, so kann es für Linderung sorgen und gemeinsam mit dem Patienten Strategien entwickeln, die das Leben mit dem Schmerz leichter machen. Und das ist für die Betroffenen oft schon ein großer Fortschritt.

 

April 2010

Umgang mit Schmerzen erlernen

Teilstationäres Angebot des Marienhaus Klinikums St. Josef besteht seit zehn Jahren

Neuwied/Bendorf. Seit nunmehr zehn Jahren bietet die Schmerztagesklinik des Marienhaus Klinikums Bendorf - Neuwied - Waldbreitbach am Standort Bendorf unter der Leitung von Dr. Martina Zimmermann ein teilstationäres Therapiekonzept für Patienten mit chronischen Schmerzen an. Für die Betroffenen in der Region entstand damals so eine neue Behandlungsalternative, die die Vorteile der stationären und der ambulanten Schmerzbehandlung vereinigt: „Experten verschiedener Berufsgruppen behandeln und schulen in enger Zusammenarbeit Schmerzpatienten, die mit entsprechender Begleitung, das Erlernte in ihren Alltag einbauen können“, führt Dr. Martina Zimmermann aus. Die Patienten sind zwei bis dreimal pro Woche von 8:30 Uhr bis 16:00 Uhr in der Klinik. Über einen Zeitraum von bis zu acht Wochen erlernen die Betroffenen in Gruppen- und Einzeltherapien Methoden der aktiven Schmerzbewältigung. Sie erhalten Informationen über die Schmerzentstehung, erlernen, wie sie auf die Schmerzauslöser Einfluss nehmen können und probieren verschiedene Techniken zur Schmerzlinderung aus.

„Die Behandlung chronischer Schmerzsyndrome besteht aus mehreren Säulen. Das Allheilmittel gegen Schmerzen gibt es nicht“, so Zimmermann und erläutert weiter: „Unser Konzept integriert verschiedene Therapiestrategien und erfolgt interdisziplinär.“ Neben Medikamenten kommen psychologische Behandlungsformen wie Stress- und Schmerzbewältigungstraining hinzu. Ebenfalls wichtige Bausteine sind Bewegungstherapie, Akupunktur und Biofeedback. Rund 120 Patienten im Alter von 18 bis 80 Jahren mit Schmerzen am Bewegungsapparat, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Osteoporose und/oder Neuralgien werden jedes Jahr in der Schmerztagesklinik behandelt. „Wichtige Voraussetzung für die Behandlung in unserer Schmerztagesklinik“, betont Dr. Martina Zimmermann, „ist die Mobilität der Patienten und die Möglichkeit zur  aktiven Mitarbeit.“

Etwa 12 bis 15 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen, länger andauernden oder wiederkehrenden Schmerzen. Ein Drittel dieser Patienten, sind so stark beeinträchtigt, dass ihr Leiden als eigenständige Schmerzkrankheit gilt – Tendenz steigend.

Anlässlich des Jubiläums der Schmerztagesklinik findet am Samstag, 24. April  im Marienhaus Klinikum St. Josef Bendorf eine Fest- und Fortbildungsveranstaltung statt.

Informationen und Anmeldung
Telefon 02622 708-4373 oder
schmerztagesklinik@mhk.marienhaus-gmbh.de

 

Mitarbeiter mit speziellen Zusatzausbildungen, hier Krankenschwester und Pain Nurse Gaby Metz, ermöglichen in der Schmerztagesklinik am Marienhaus Klinikum St. Josef Bendorf eine fachübergreifende Zusammenarbeit auf hohem Niveau.

 

 

Dezember 2009 Rhein Zeitung

Region Mittelrhein setzt auf gesundheitliche Kompetenz

Einen absoluten positiven Jahresrückblick kann der Arbeitskreis Gesundheit der Initiative Region Mittelrhein ziehen. Zusammen mit der Kreisvolkshochschule Altenkirchen wurden mehrere gut besuchte Arzt-/Patientengespräche veranstaltet.Zuletzt ging es um die Volkskrankheit Rückenschmerz. Für jeden verständlich erklärten die Experten Dr. Martina Zimmermann, Ärztin für spezielle Schmerztherapie an der Schmerztagesklinik am Marienhaus Klinikum St. Josef Bendorf und Dr. Dipl.-Psychologe Hans Werner Becker, Schmerzpsychotherapeut aus Flammersfeld, über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. Besonderes Augenmerk wurde auf die Prävention gelegt. Aus einem akuten Schmerz kann sich schnell ein chronischer Schmerz entwickeln, was das Leben stark beeinträchtigen kann; denn Leistungsfähigkeit, Hoffnungslosigkeit und depressive Verstimmungen können sich einstellen. Hier können kombinierte Therapiekonzepte aus medizinischen, physiotherapeutischen und psychologisch-schmerztherapeutischen Maßnahmen, aber auch sozial therapeutische Maßnahmen wie z.B. bei arbeitsplatzbezogenen Problemen helfen.„Die Veranstaltungsreihe wird 2010 fortgeführt“, betonte Bernd Kohnen, der Leiter der Kreisvolkshochschule, „da sich die Arzt-/Patientengespräche gut in das umfangreiche Angebot des Hauses einbetten.“ Themen werden z.B. sein „Traditionelle Chinesische Medizin“ oder „Gesunde Ernährung“. 

 

Dezember 2009 Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde Altenkirchen

Wissen lindert Schmerzen – das Kreuz mit dem Kreuz

Gut besuchtes Arzt-/Patientengespräch in Altenkirchen
Altenkirchen. Die Initiative Region Mittelrhein veranstaltete gemeinsam mit der Kreisvolkshochschule Altenkirchen ein Arzt-/Patientengespräch zum Thema Rückenbeschwerden. Eingangs begrüßte Bernd Kohnen als Leiter der Kreisvolkshochschule Altenkirchen die knapp 30 interessierten Zuhörer in den neuen Räumlichkeiten in der Rathausstrasse. Er betonte, dass sich diese Veranstaltung in das umfangreiche Angebot des Hauses gut einbette, praxisnah und kompetent zu informieren.
Werner Schmitt stellte als stellvertretender Vorsitzender die Initiative Region Mittelrhein vor, die seit der Gründung im Jahre 2002 für Unternehmen, Kommunen, Verbände, aber auch für Einzelpersonen inzwischen zur regionalen Identität geworden ist.
Die beiden Referenten des Abends, Frau Dr. Martina Zimmermann – Ärztin für innere Medizin, spezielle Schmerztherapie der Schmerztagesklinik am Marienhaus-Klinikum St. Josef Bendorf und Dr. Dipl.-Psychologe Hans Werner Becker – Psychologischer Psychotherapeut, spezielle Schmerz-Psychotherapie, Praxis für Psychotherapie in Flammersfeld – machten in ihren Referate deutlich, dass Rückenschmerzen sich inzwischen zu einer Volkskrankheit entwickelt haben, denn 80% der Bevölkerung sind davon betroffen.
Es wurde über Ursachen, aber auch über Behandlungsmöglichkeiten und die Prävention gesprochen. Aus einem akuten Schmerz kann sich schnell ein chronischer Schmerz entwickeln, was das Leben stark beeinträchtigen kann. Leistungsunfähigkeit, Hoffnungslosigkeit und depressive Verstimmungen können sich einstellen. Hier können kombinierte Therapiekonzepte aus medizinischen, physiotherapeutischen und psychologisch-schmerztherapeutischen Maßnahmen, aber auch sozialtherapeutische Maßnahmen wie z.B. bei arbeitsplatzbezogenen Problemen helfen. Die angeregte Diskussion machte deutlich, dass diese Art der Arzt-/Patientengespräche gut ankam. Eine Weiterführung mit weiteren interessanten Themen aus dem Gesundheitsbereich wie z.B. „Traditionelle Chinesische Medizin“ bzw. „Gesunde Ernährung“ wurde von Werner Schmitt für das Jahr 2010 angekündigt.

 

August 2009 Rhein-Zeitung

Ein ruhender Rücken braucht irgendwann Krücken
Zwei Ärztinnen aus der Schmerztherapie referierten in Bad Marienberg – Bewegungsmangel ist häufig Auslöser

Bad Marienberg. Ein ruhender Rücken braucht irgendwann Krücken. Das war das Fazit der gemeinsamen Veranstaltung der Initiative Region Mittelrhein, der Volkshochschule (VHS) Bad Marienberg und des Kneipp-Vereins Bad Marienberg beim Arzt-Patienten-Gespräch zum Thema „Rückenbeschwerden“.
Der Geschäftsführer der Initiative Region Mittelrhein, Ulrich Seiler, freute sich über mehr als 60 Zuhörer.
Rückenschmerzen gibt es schon immer. Was sich in den vergangenen Jahren geändert hat, ist der Umgang mit den Betroffenen. Immer mehr Kinder und Erwachsene leiden unter Rückenschmerzen. Nach aktuellen Schätzungen liegt die Zahl der Betroffenen in Deutschland bei derzeit rund 30 Millionen Menschen.
90% der Rückenschmerzen haben keine eindeutige, schwerwiegende Ursache. Bewegungsmangel und Stress sind häufige Auslöser der Beschwerden. Durch regelmäßige Aktivität können Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit in jedem Alter verbessert werden und damit Rückenschmerzen vermieden oder gelindert werden.
Sind die Rückenschmerzen dauerhaft, müssen die Betroffenen lernen, mit ihren Schmerzen umzugehen und mit ihnen zu leben. „Dazu haben wir ein multidisziplinäres Konzept entwickelt, mit dem unsere Patienten gute Erfahrungen gemacht haben“, sagt Dr. Martina Zimmermann von der Schmerztagesklinik des Marienhaus Klinikums Bendorf. Das Team der Schmerztagesklinik stellt ein Behandlungskonzept zusammen, das Elemente aus der Physiotherapie, der medikamentösen Therapie und der Psychotherapie beinhaltet. „Mithilfe dieses individuellen Konzeptes lernen unsere Patienten, mit ihren Schmerzen zu leben und mit der Schmerzbelastung besser umzugehen“, so Dr. Martina Schneider.
Noch ein Tipp: Wer dauerhaft Rückenschmerzen vorbeugen will, der soll sich an dem alten Merksatz orientieren: „Sich regen, bringt Segen – denn ein ruhender Rücken braucht irgendwann Krücken.“
Zum Abschluß der Veranstaltung bedankte sich Reinhold Baumgärtner von der VHS Bad Marienberg mit Blumen bei den beiden Referentinnen.



Pressemitteilung des Marienhaus Klinikums zum Tag der Rückengesundheit am 15. März 2009



September 2007 Blick Aktuell:

Tag des Kopfschmerzes in der Schmerztagesklinik
Großes Interesse an Ursachen und Behandlung von Kopfschmerzen

NEUWIED. „Sehr viele Patienten nutzen unser Gesprächsangebot und informieren sich umfassend über Kopfschmerzen“, fasst Dr. Martina Zimmermann, die Ärztliche Leiterin der Schmerztagesklinik am Marienhaus Klinikum zusammen. Im September konnten sich die Besucher im Eingangsbereich des Elisabeth-Krankenhauses über Arten, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Kopfschmerzen informieren. Außerdem standen Dr. Zimmermann und ihr Team den ganzen Tag für Patientengespräche zur Verfügung – und viele Interessierte Nahmen das Gesprächsangebot wahr und ließen sich Tipps, Hilfestellungen und Beratungsadressen geben. „Wir stellen fest, dass immer mehr Menschen an Spannungskopfschmerzen leiden“, so Dr. Zimmermann weiter. Häufig lösen Verspannungen im Bereich der Kopf- und Halsmuskulatur diesen dumpfen und drückenden Schmerz aus. Betroffen sind vor allem Berufstätige, die viel im Sitzen oder am Computer arbeiten müssen.
Doch die Patienten können oft mit kleinem Aufwand viel erreichen: Ein regelmäßiges Ausdauertraining wie Joggen oder Radfahren kann zur Kräftigung der Muskulatur beitragen. Und Entspannungsübungen wie beispielsweise Autogenes Training helfen, die Verspannungen nachhaltig zu lösen. „In jedem Fall“. So Zimmermann weiter, „lohne sich das Gespräch mit dem Arzt, um den Ursachen des Kopfschmerzes auf den Grund zu gehen und gemeinsam mit dem Patienten eine gezielte Behandlungsstrategie zu erarbeite.“

September 2007 Rheinzeitung:
Joggen hilft Patienten oft über Kopfschmerzen hinweg
Elisabeth-Krankenhaus informierte über Behandlungsmöglichkeiten

NEUWIED. Nicht nur Erwachsene, sondern auch schon Kinder leiden unter Kopfschmerzen. Ob der Griff zur Tablette immer notwendig ist, konnten Interessierte am deutschen Kopfschmerztag erfahren.
Im Elisabeth-Krankenhaus informierten sich Besucher über Arten, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Kopfschmerzen. Dr. Martina Zimmermann und ihr Team standen den ganzen Tag für Patientengespräche zur Verfügung. Einige Gäste nutzten das Gesprächsangebot und nahmen Tipps, Hilfestellungen und Beratungsadressen entgegen. „Sehr viele Patienten nutzen unser Gesprächsangebot und informieren sich umfassend über Kopfschmerzen“, fasst Zimmermann den Tag des Kopfschmerzes zusammen. Sie fügt hinzu:“ Wir stellen fest, dass immer mehr Menschen an Spannungskopfschmerzen leiden“. Sie erläutert, dass Häufig Verspannungen im Bereich der Kopf- und Halsmuskulatur diesen dumpfen und drückenden Kopfschmerz auslösen. Betroffen sind vor allem Berufstätige, die viel im Sitzen oder am Computer arbeiten. Mit geringem Aufwand können Patienten oft schon viel erreichen: Ein regelmäßiges Ausdauertraining wie Joggen oder Radfahren kann zur Kräftigung der Muskulatur beitragen. Entspannungsübungen helfen, die Verspannungen im Nackenbereich nachhaltig zu lösen.
Zimmermann meint, dass sich das Gespräch mit dem Arzt lohne, um die Ursachen festzustellen. So kann der Arzt mit dem Patienten „eine gezielte Behandlungsstrategie erarbeiten.“

Oktober 2006 Marienhaus Echo
BENDORF (puk). „Ich hätte schreien können vor Schmerzen“, erinnert sich Irene Kwiatkowski. Die Bendorferin litt monatelang an einer Gürtelrose. Zahlreiche Arztbesuche konnten ihr nicht helfen: „Immer wider habe ich zu hören bekommen, dass ich gesund sei“, sagt sie. Mit dieser Diagnose wollte sich die 75-Jährige allerdings nicht abfinden, zumal die Schmerzen von Tag zu Tag stärker wurden. „Ich wusste nicht mehr, wie es weitergehen sollte, mir tat jede Bewegung weh“, sagt Frau Kwiatkowski. Eher durch Zufall stieß sie im März diesen jahres auf die Schmerztagesklinik im Marienhaus Klinikum St. Josef in Bendorf. „Ich dachte immer, dass die Bendorfer Klinik nur orthopädische Patienten behandelt“, schmunzelt sie. Das ist seit einigen Jahren jedoch nicht mehr der Fall. In der Schmerztagesklinik kümmert sich ein interdisziplinäres Team um Patienten mit chronischen Schmerzen. Irene Kwiatkoski ist über einen Zeitraum von drei Monaten behandelt worden; und das mit sehr gutem Erfolg.

Schmerzen bestimmen häufig den Alltag

„In Deutschland leiden etwa acht Millionen Menschen an chronischen Schmerzen“, erklärt Dr. Martina Zimmermann, die Leiterin der Schmerztagesklinik. Diese Schmerzen bestimmen in vielen Fällen den Alltag der Betroffenen. Das hat gravierende Konsequenzen: „Bei vielen Patienten nimmt die Lebensqualität immer weiter ab und sie verlieren mehr und mehr die Lust am Leben“, sagt Martina Zimmermann.
In der Bendorfer Klinik arbeitet ein Behandlungsteam aus Medizinern, Psychologen, Physiotherapeuten und Pflegepersonal daran, diesen Patienten zu helfen, ihre Schmerzen zu lindern und ihnen letztlich Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Dafür kann es auch schon mal notwendig oder sinnvoll sein, weitere Berufgruppen wie etwa Sozialarbeiter hinzuzuziehen.
„Wir können die Krankheiten unserer Patienten häufig nicht heilen, aber wir können ihnen dabei helfen, Wege zu finden, die das Leben mit den Schmerzen leichter Machen“, weiß Dr. Zimmermann. Sie ist Fachärztin für Innere Medizin und Spezielle Schmerztherapie. Wichtig ist es bei der Therapie, dass mit dem Patienten individuelle Behandlungs- und Therapiepläne entwickelt werden; denn „es gibt nicht die ‚die Schmerzen’, jeder Mensch empfindet anders“, so Martina Zimmermann.
Eine Therapie in der Schmerztagesklinik umfasst 15 Tage. In der Behandlung haben Krankengymnastik; Entspannungsübungen, Akupunktur, Wärme- und Kältebehandlungen sowie Gesprächsgruppen und Einzelgespräche einen festen Platz. Darüber hinaus kommen auch altbewährte Hausmittel zum Tragen: „Ich habe mir mit Eiskolben helfen können und konnte damit meine Schmerzen lindern“, erzählte Irene Kwiatkowski.

Patienten können nicht gezwungen werden, sich aktiv einzubringen

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg jeder Therapie ins nach Worten von Dr. Zimmermann die Einstellung der Patienten. „Wir können keine Patienten zwingen, sich aktiv einzubringen; sie sollten schon motiviert sein und auch Eigeninitiative entwickeln“. Das ist manchmal nicht so einfach, belastet der Schmerz, den man jahrelang ertragen hat, doch auch psychisch oft sehr stark und führt oft zu Resignation.
Nicht so bei Irene Kwiatkowski. Sie hat die Chance, die ihr die Behandlung in der Schmerztagesklinik bot, beim Schopfe gefasst und genutzt. Und sie empfiehlt deshalb auch jedem Betroffenen einen Besuch in der Tagesklinik.
Mit dieser Meinung steht Irene Kwiatkowski nicht allein: Nach einer wissenschaftlichen Studie haben die behandelten Patienten sechs Monate nach Abschluß der Therapie deutlich weniger Schmerzen, müssen seltener den Arzt aufsuchen und konnten ihre Medikamente reduzieren.

Juli 2006 Kleeblatt:
„Wir wollen zu befreiendem Umgang mit Schmerz verhelfen“
Schmerztagesklinik in Bendorf bietet ganzheitliche Therapie an – Aufenthalt 15 Therapietage

-pli-BENDORF. Schmerzen bei akuten inneren und äußeren Verletzungen sind normal, als Warnsignal bei Erkrankungen sogar notwendig. Doch wenn aus akuten Schmerzen dauerhafte oder sich immer wieder einstellende Schmerzzustände werden, sind sie unerträglich. Chronische Schmerzen beeinträchtigen durch die Verringerung der Leistungsfähigkeit, des möglichen Verlusts an Mobilität und Kontaktfreude die Lebensqualität. Schmerzen machen letztendlich hoffnungslos und nicht selten einsam und depressiv. Und weil das wiederum häufig die Schmerzen verstärkt, dreht sich eine unselige Spirale immer weiter. Die Schmerztagesklinik im Marienhaus-Klinikum St. Josef Bendorf gehört fachbezogen zur Medizinischen Klinik I des Elisabeth-Krankenhauses Neuwied, das heißt, sie wird internistisch geleitet. Durch die Ansässigkeit der Orthopädischen Klinik im gleichen Haus ergeben sich für den Patienten sinnvolle Möglichkeiten der Zusammenarbeit.
Die Schmerztagesklinik im Marienhaus-Klinikum St. Josef in Bendorf bietet seit dem Jahre 2000 eine umfassende Therapie an, die ganzheitlich wirkt und die Betroffenen zu einem Umgang mit ihren Schmerzen befähigen will. Dr. Martina Zimmermann, Ärztin für Innere Medizin/Spezielle Schmerztherapie und Leiterin der Schmerztagesklinik, beugt aber falschen Erwartungen vor: „Menschen, die oft seit Jahren von chronischen Leiden geplagt werden, Schmerzfreiheit nach wenigen Tagen oder Wochen zu versprechen, wäre eine leichtfertige Irreführung“, sagt sie. „Was wir aber gemeinsam erreichen wollen und können, ist eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität durch gezielte Hilfe zur Selbsthilfe“, fügt ihre Kollegin Dr. Martina Schneider hinzu.
Dazu wurde ein inzwischen schon vielfach erprobtes und bewährtes Konzept entwickelt, in dem medizinische, physiotherapeutische und psychologisch-schmerztherapeutische Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind. Dem entspricht das Behandlungsteam in der Schmerztagesklinik, in dem Experten aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Physiotherapie, Krankenpflege, Sozialarbeit und Seelsorge zusammenarbeiten.

Wer ist angesprochen?
Angesprochen sind Menschen, die unter chronischen Schmerzen am Bewegungsapparat leiden, die über dauerhafte Rückenschmerzen klagen, von anhaltenden Kopfschmerzen oder Migräneanfällen heimgesucht werden oder durch Osteoporose oder Neuralgien stark beeinträchtigt sind. Benötigt wird eine Einweisung des Hausarztes zur stationären Behandlung. Die Behandlung erfolgt tagesklinisch, das heißt, der Patient kommt morgens in die Klinik, durchläuft die Therapiestunden und geht am Spätnachmittag wieder nach Hause.
Nach der ersten Kontaktaufnahme ist ein Schmerzfragebogen auszufüllen, dem alle greifbaren ärztlichen Befunde beigefügt werden sollten. Darauf erfolgt eine umfassende Untersuchung, nach der das Team der Schmerztagesklinik eine dem Krankheitsbild entsprechende, individuelle Therapie festlegt.

Behandlungsstrategie
In den medizinischen Bereich fallen Nervenstimulationsverfahren, Akupunktur sowie Wärme- und Kältebehandlungen, die mit einer medikamentösen Einstellung des Patienten einhergeht und gegebenenfalls die Lokalanästhesie einschließt. Die begleitende psychologische Schmerztherapie fördert die aktive Mitarbeit des Patienten, indem die Schmerzauslöser ermittelt und identifiziert werden, die fortlaufende Kettenreaktion durch Beeinflussung des Schmerzmechanismus selbst zu unterbrechen. Psychologischer Beistand ist aber auch deshalb wichtig, da viele Menschen mit chronischen Schmerzen unter dem Unverständnis ihrer Umwelt zusätzlich leiden.
Die Physiotherapie zielt neben der Linderung von Schmerzen und der Steigerung des Wohlbefindens auf eine Kräftigung der Muskulatur und eine Verbesserung der Körperwahrnehmung. Sie ermutigt darüber hinaus, durch Schulung der Körperhaltung und der Alltagsbewegungen wieder körperliche Tätigkeiten auszuüben, die aus Furcht vor Schmerzen oft unterlassen wurden und werden. Krankengymnastische Maßnahmen unterschiedlichster Art einschließlich Bewegungsbad und Ausdauertraining sollen zu einer Rückkehr zu möglichst weitgehender Normalität der Lebensführung verhelfen.
Im Bereich der sozialtherapeutischen Maßnahmen bietet die Schmerztagesklinik auf Wunsch auch Beratung bei arbeitsplatzbezogenen Problemen an und auch eine seelsorgerische Betreuung ist möglich.

Dezember 2005 Rheinzeitung:
Gemeinsam geht es besser

Viele Menschen klagen darüber, allein zu sein-gerade an Weihnachten. Auf der anderen Seite suchen Vereine, Parteien und Verbände händeringend nach Mitgliedern. Sind wir dem Zusammenleben überdrüssig geworden? Nicht im Puderbacher Land, sagen ein Pfarrer und ein Psychologe.

PUDERBACH. Es sind nicht wenige Anzeichen, die auf eine wachsende Einsamkeit des modernen Menschen deuten: der Verlust der Großfamilie und der Verlust der Nachbarschaft; der Bedeutungsverlust der Kirchen und das Konkurrenzdenken in der Wirtschaft; der Mitgliederschwund in den Volksparteien und im Vereins- und Verbändewesen; die steigende Scheidungsrate, die steigende Zahl der Kinderlosen und die steigende Zahl der Ein-Personen-Haushalte. Haben wir keine Lust mehr auf das Zusammenleben in Gruppen?                                                                      

Auf das Zusammenleben im Puderbach, Ulrich Bäck: "In den Gemeindegruppen erlebe ich eine breit gefächerte Nähe und Distanz der Menschen zueinander. Gruppen, die sich häufiger begegnen, entfalten eine größere Vertrautheit miteinander als diejenigen, die sich nur monatlich sehen."                                          

Konstruktiv streiten                                                                                           
Dazu kommen aber auch Faktoren, die vom außergemeindlichen Leben bestimmt sind. Nachbarschaft, Freundschaften und Beziehungen durch andere Vereine bringen die Menschen zueinander. Kommen neue Teilnehmer hinzu, werden sie nach Meinung des Pfarrers nur sehr langsam integriert. "Die stärkste Veränderung hat unser Kirchenchor in den vergangenen beiden Jahren durchgemacht. Dabei war die sich verändernde Zusammensetzung geplant. Ich kenne genug Beispiele, in denen das nicht reibungslos ging. In der Jugendarbeit zum Beispiel war es schwierig, unterschiedliche Nationalitäten gemeinsam in einem Raum zu haben", sagt Bäck.

Wir organisieren unser Zusammenleben nicht allein nach Gesichtspunkten der reinen Zweckmäßigkeit. Sondern in aller Regel haben wir von unserem Zusammenleben auch einen Traum. Wir haben Bilder im Kopf, wie wir uns das Beisammensein in Partnerschaft und Familie, am Arbeitsplatz und unter Freunden vorstellen. "Ich habe nicht den Eindruck, dass unsere Träume an der Realität scheitern, sondern vielmehr an der Angst, einen Schritt auf die neue Realität zuzugehen. Ich beobachte, dass bei allem guten Willen die Sorge siegt, es könnte misslingen". führt Pfarrer Bäck aus. "Darum verharren viele Menschen in alten Zuständen. Hier sind sie auf sicherem Gebiet. Die eigenen Träume werden dann als unrealistisch abgestempelt. In einem Klima von Siegern und Verlierern in einer Gesellschaft will man nicht zu den Letzteren zählen, darum riskieren viele Menschen nichts mehr. Ich erlebe aber auch gerade hier in Puderbach, dass dort, wo junge Menschen sich etwas trauen, neue Gemeinschaft entsteht."

Dass das Zusammenleben beim Aufziehen des Nachwuchses oder beim Organisieren einer Kommune Vorteile bringt, liegt auf der Hand. Wichtig für den Pfarrer beim Zusammenleben ist die Fähigkeit zum konstruktiven Streit-auch bei den unterschiedlichen Gruppen, die er im Puderbacher Land wahrnimmt. "Streit ist ein Lebenselexier, weil er die Chancen auf Veränderung beinhaltet. Vorstellungen und Einstellungen prallen zuweilen hart aufeinander. Daraus entwickelt sich oft eine veränderte Idee, die von vielen mitgetragen wird. Oder es werden bewußt unterschiedliche Wege gegangen, zum Wohle der Gemeinschaft und unter Anerkennung unterschiedlicher Fähigkeiten", erläutert der Pfarrer. "Wenn wir nicht mehr um Inhalte streiten, dann sind wir keine lebendige Gemeinschaft, sondern eine gleichgültige. Und genau der Punkt gefährdet meines Erachtens unser Zusammenleben am meisten-die Gleichgültigkeit."

Außenseiter sind wichtig  
Diese Ansicht bestätigt auch der Psychologe Hans Werner Becker, der einige Kunden aus dem Puderbacher Land betreut: Er leitet eine Praxis in Flammersfeld und arbeitet in der Schmerztagesklinik am Marienhaus Klinikum St. Josef in Bendorf. "Streit bedeutet im positiven Sinne Auseinandersetzung, Kompromiss, Miteinander, Rücksichtnahme aber auch Durchsetzungsvermögen und Beharrlichkeit." Insbesondere Außenseiter übernehmen nach Ansicht des Psychologen dabei eine wichtige Rolle. "Für die Entwicklung des Miteinanders sind Einzelgänger aus meiner Sicht enorm wichtig. Sie gehen mitunter neue Wege und geben damit Formen vor, die zuvor für unmöglich gehalten wurden. Gerade dadurch liefern sie ein enormes kreatives Potenzial." Die Formen des Zusammenlebens werden dabei in der Familie geprägt. "Sie bildet die Keimzelle des Miteinanders. Sie liefert die Basis für zukünftiges Verhalten, und sie bildet den ersten und zunächst wichtigsten sozialen Raum. Die Herausforderung für die Eltern in der heutigen Zeit ist größer geworden. Natürlich wird die eigene Verantwortung mitunter gerne auf andere übertragen- die Schule, den Staat, etc. Aber viele Eltern stellen sich ganz bewußt dieser Herausforderung, noch mehr Eltern würden es sicherlich zukünftig auch tun, wenn eine gesellschaftliche Grundhaltung und Wertschätzung für eine solche Leistung stärker zu spüren wäre", meint der Psychologe.

Dem pflichtet Pfarrer Bäck bei: "Erziehung? Da fällt mir die Weihnachtsbotschaft ein. Ein mächtiger Gott riskiert sich in einem Kind. Das scheint unvorstellbar, widersinnig. Und odch ist es der überzeugendste Weg, wenn ich Frieden bringen will-ein geglücktes Leben und Zusammenleben weiterzugeben. Auch hier gilt, was ich schon angesprochen habe: Ohne Risikobereitschaft wird sich das Zusammenleben nicht ändern." Deshlab ist für ihn das Zusammenleben ein Geschenk. "Ich kann es jeden Tag auspacken und Neues entdecken. Und gerade wenn mir der Inhalt mal nicht gefällt, lässt das Danken den Respekt vor dem anderen beibehalten." Marcus Bölz         

November 2005 Blick Aktuell:
Hilfe zur Selbsthilfe – 15 Tage in Bendorf                                                         

BENDORF. "Schmerzfrei", welch ein wunderbarer Gedanke für acht Millionen Deutsche, die unter chronischen Schmerzen leiden. Über eine halbe Millionen Menschen galten bisher als – oftmals mit geringem Erfolg – austherapiert. Die Schmerztagesklinik im Marienhaus Klinikum St. Josef Bendorf leistet hier Hilfe und Unterstützung. Ihre sinnvolle, wichtige und erfolgreiche Arbeit ist aber in der Region noch nicht bekannt genug. "Hier wird der Schmerz – der zum eigentlichen Problem unserer Patienten geworden ist – behandelt. Dafür stehen wir sehr intensiv mit unserem gut harmonierenden Team aus Medizinern, Pflegepersonal, Seelsorgern, Sozialarbeitern und Physiotherapeuten unseren Patienten zur Verfügung", so die Leiterin der Schmerztagesklinik, Dr. Martina Zimmermann. Das Konzept ist so aufgebaut, dass die Betroffenen fünfzehn aufeinanderfolgende Wochen je an einem Tag nach Bendorf kommen. Von 8:30 bis 16:00 Uhr, widmet sich das Team den sechs Patienten des jeweiligen Tages. Hier wird individuelle Betreuung und ein ausgearbeitetes Konzept für jeden Einzelnen groß geschrieben. Es ist wichtig, auf den jeweiligen Menschen einzugehen, seine speziellen Beschwerden anzugehen und ihn dabei nicht zu überfordern. Hierbei umfasst das Therapieangebot sowohl Krankengymnastik, Wärme- und Kälteanwendungen, Bewegungsbäder, Medikamente, Akupunktur, das Erlernen von Entspannungsmethoden, bis hin zu psychologischen Verfahren zur Schmerzbewältigung. Wer nicht an chronischen Schmerzen leidet, kann die betroffenen Mitmenschen in ihrem belasteten Alltag kaum verstehen. Umsomehr ist eine Anlaufstelle und eine Linderung von Schmerzen ein wichtiger und hoffnungsvoller Ansatz. Das Bendorfer Team kann dabei auf gute Erfolge zurückblicken und sieht das als Ansporn für die weitere Arbeit.

Jüngst wurde das fünfte Jubiläum der Schmerztagesklinik gefeiert. Dabei waren die Gastredner Prof. Dr. Hans-Ulrich Gerbershagen, der ehemalige ärztliche Direktor des Deutschen Roten Kreuzes und der Marburger Prof. Dr. Heinz-Dieter Basler. Beide betonten "Das Bendorfer Team kann stolz sein auf seine sehr guten Ergebnisse hier". Psychologe Dr. Hans Werner Becker hat eine wissenschaftliche Auswertung erstellt. Hieraus ergibt sich, dass die Patienten sechs Monate nach Abschluss der Therapie weniger Schmerzen haben, wieder aktiver und weniger depressiv sind, ihre Medikamentendosen verringern können und seltener ihren Arzt besuchen müssen – eine gute Aussicht für die große Zahl der Menschen, die fast täglich Beschwerden haben. Im Durchschnitt sogar – bei einem rechnerischen Altersergebnis von 57 Jahren – 13 Jahre lang, bevor sie sich einer Therapie unterziehen. Jeder von uns hat in seinem Leben schon einmal Erfahrungen mit Schmerzen gemacht – dem Warnsignal unseres Körpers, das wir gerne auch schon mal "überhören". Wer sich nicht behandeln läßt, gerät in einen Teufelskreis, der auch zur völligen Hilflosigkeit, zu Verzweiflung und Frust führen kann. Das Bendorfer Team um Dr. Martina Zimmermann versucht – und das erfolgreich – das Leben für die Patienten wieder lebenswert(er) zu machen.

Wer die Bendorfer Schmerztagesklinik besuchen möchte, erhält zuerst einen Fragebogen, der vollständig ausgefüllt werden muss und mit allen verfügbaren Befunden ausgestattet werden sollte. Hiernach schließt sich eine Aufnahmeuntersuchung an. Die einzeltherapeutische Behandlung wird in einer Gruppe angeboten. Dabei "durchläuft" der Patient ein strukturiertes Behandlungsprogramm. Das "Netzwerk" der Maßnahmen fügt sich zur Vermittlung von Selbsthilfetechniken für den Betroffenen, die er dann langfristig im Alltag anwenden kann. Im Team der Schmerzklinik sind acht betreuende Menschen für den Patienten da. Dazu gehören die Leiterin Dr. Martina Zimmermann als Ärztin für innere Medizin und spezielle Schmerztherapie, Dr. Hans Werner Becker als Psychotherapeut und spezielle Schmerztherapie, Krankenschwester Sabine Birkenbach, Physiotherapeut Samy Boroumand, Physiotherapeutin Dorothe Braun, Diplom-Sozialpädagogin Andrea Kleegrewe, Krankenschwester Gaby Metz und Dr. Martina Schneider, Ärztin für innere Medizin. Ihr Leitspruch ist "wir möchten gemeinsam mit Ihnen neue Wege der aktiven Schmerzbewältigung gehen und Hilfe zur Selbsthilfe geben. Kurz: Die aktive Beeinflussung von Schmerzen soll vom Patienten erlernt werden."

Oktober 2005 Rheinzeitung:
Schmerzklinik in Bendorf feierte ihren fünften Geburtstag

BENDORF. Mit einem Festakt feierte die Schmerztagesklinik des Marienhaus-Klinikums St. Josef in Bendorf ihren fünften Geburtstag. Anlass für die Leitende Ärztin Dr. Martina Zimmermann, Einblicke in ihre Arbeit zu geben. Dass sich der ganzheitliche Ansatz der Klinik bewahrt hat, bestätigt Professor Dr. Hans-Ulrich Gerbershagen, ehemaliger ärztlicher Direktor des DRK-Schmerz-Zentrums Mainz. "Das Bendorfer Team kann stolz auf die guten Ergebnisse sein", so der Mediziner, der mit dem Marburger Professor Dr. Dr. Heinz-Dieter Basler Festredner in Bendorf war. Mit der Eröffnung vor fünf Jahren hat das Marienhaus-Klinikum auf die Bedürfnisse reagiert. Immerhin leiden acht Millionen Deutsche unter chronischen Schmerzen.

März 2005 Rheinzeitung:
Zukunft der Schmerztherapie

NEUWIED. Das Thema "Schmerz und Alter" stand im Mittelpunkt einer Fortbildungs-veranstaltung, zu der das Direktorium des Marienhaus Klinikums seine ehrenamtlichen Mitarbeiter eingeladen hatte. Aus der Schmerztagesklinik des St. Josef Krankenhauses in Bendorf, einer Betriebsstätte des Marienhaus Klinikums, referierte der dort tätige Schmerztherapeut Dr. Hans Werner Becker. Vor dem Hintergrund des de-mographischen Wandels und einer steigenden Lebenserwartung bekomme die Schmerztherapie eine zunehmende Bedeutung, so der Referent. Über Möglichkeiten der Therapie informierten sich nahezu 40 Mitarbeiter aus den Einrichtungen des Marienhaus Klinikums sowie des Josef-Ecker-Stifts Neuwied. Weitere Veranstaltungen sind geplant.


Januar 2005 Marienhaus Echo:
Das Entscheidende ist der Transfer der Therapiemaßnahmen in den Alltag

Marienhaus Klinikum St. Josef Bendorf: Schmerztagesklinik bietet umfassendes Therapiekonzept an

Bendorf (ak). "Ein Indianer kennt keinen Schmerz" – wer hat sie nicht schon einmal gehört, diese alte Binsenweisheit? Doch es gibt genug Menschen, die unter Schmerzen leiden. Mindestens 5 Millionen chronische Schmerzpatienten zählt man in Deutschland, 500.000 davon sind Problemfälle, die früher als austherapiert bezeichnet wurden. Genau an diese Gruppe richtet sich das Angebot der Schmerztagesklinik des Marienhaus Klinikums St. Josef, die im Januar 2004 von Neuwied nach Bendorf verlegt worden ist. "Bei unseren Patienten ist der Schmerz zum eigentlichen Problem geworden, das behandelt werden muß", so Dr. Martina Zimmermann, die Leiterin der Klinik. Zusammen mit ihrem Team, das sich aus Experten unterschiedlicher Berufsgruppen zusammensetzt, hat sie dem Schmerz den Kampf angesagt.

Gegen eine Chronifizierung des Schmerzes

"Im Durchschnitt leiden unsere Patienten 13 Jahre unter Schmerzen, bevor sie hierher kommen" berichtet Psychologe Dr. Hans Werner Becker. Bei ihnen ist eine rein symptomatische Behandlung nicht ausreichend. Es geht eher darum, die körperlichen und psychosozialen Einschränkungen zu behandeln und ein Voranschreiten der Chronifizierung zu verhindern. Und genau das ist das Ziel des Bendorfer Behandlungskonzeptes. - Bevor die Therapie beginnen kann, stehen zunächst umfangreiche Aufnahmeuntersuchungen auf dem Programm. Im Anschluß wird durch das Behandlungsteam ein gemeinsamer, auf den Patienten abgestimmter Behandlungsplan entwickelt. Das Therapieangebot reicht dabei von Krankengymnastik über Wärme und Kälteanwendungen, Bewegungsbäder, Medikamente, Akupunktur bis zum Erlernen von Entspannungsmethoden und psychologischen Verfahren zur Schmerzbewältigung.

Hintergründe der Krankheit

Nun kann die Therapie beginnen. Dafür kommt der Betroffene 15Mal, je einmal pro Woche von 8.30 Uhr bis 16.00 Uhr in die Bendorfer Klinik. "Pro Tag haben wir sechs Patienten, um die wir uns dann sehr individuell kümmern", sagt Stationsleiterin Gaby Metz. Dass die Patienten nur einnmal in der Woche nach Bendorf kommen müssen, ist Teil des Konzeptes. "Wir wollen den Patienten nicht überfordern und gleichzeitig auch rasche Rückmeldungen von ihm bekommen, wie er das hier Erlernte in seinem Alltag umsetzen kann", erläutert Dr. Zimmermann. Denn letztendlich zeigt sich daran der Erfolg der Therapie. Oberstes Ziel ist es, den Betroffenen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, damit der Schmerz nicht mehr ihr Leben bestimmt. Der Patient soll sein Leben wieder selbst in die Hand nehmen können. – "Wir wollen dem Betroffenen auch die Hintergründe seiner Krankheit erläutern", berichtet Dr. Hans Werner Becker. Er hat in einer wissenschaftlichen Studie den Erfolg des Bendorfer Konzeptes untersucht und dabei herausgefunden, dass Patienten sechs Monate nach Abschluss der Therapie weniger Schmerzen haben, seltener den Arzt aufsuchen und auch ihre Medikamente reduzieren können. Wenn das kein gutes Resultat ist.

Oktober 2003 Rheinzeitung:
Den Teufelskreis des Schmerzes durchbrechen
Hilfe- und Selbsthilfe bei chronischen Schmerzen

Neuwied. "Ein Indianer kennt keinen Schmerz" – wem ist diese Weisheit aus seiner Kindheit nicht bekannt? Und doch kennt ihn jeder: Den hämmernden, stechenden und bohrenden Schmerz, der einen an den Rand der Verzweiflung bringen kann. Besonders schlimm wird es dann, wenn der Schmerz nicht mehr aufhören will und chronisch wird. Die Zahl der Menschen, die daran leiden, wächst. Diese fühlen sich häufig wie in einem Teufelskreis: Durch die ständigen Schmerzen sinken Leistungsfähigkeit und Lebensqualität - Hoffnungslosigkeit und depressive Verstimmungen können auftreten, die wiederum den Schmerz verstärken. Dies führt zu noch mehr Hilflosigkeit, Verzweiflung, Frust und Passivität. Neue Wege der Schmerzbewältigung sollen helfen, diesem Teufelskreis zu entkommen.

Im Normalfall macht der Körper mit Schmerzen darauf aufmerksam, daß irgend etwas im Organismus nicht in Ordnung ist. "Zu uns kommen Menschen, bei denen der Schmerz diese ursprüngliche Funktion verloren hat. Der Schmerz ist zum eigentlichen Problem geworden, das behandelt werden muß", so Frau Dr. Martina Zimmermann, Leiterin der Tagesklinik für Schmerztherapie im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied. Es kommen Patienten mit Schmerzen des Bewegungsapparates, Rückenschmerzen, Spannungskopfschmerzen, Migräne, seltener mit Nervenschmerzen, wie zum Beispiel nach einer Gürtelrose. "Jeder empfindet und erlebt den Schmerz anders", so die Internistin Zimmermann. Und auch für die Verarbeitung des Schmerzes entwickelt jeder Mensch andere Konzepte, mit denen er mal gut, mal weniger gut zurechtkommt.

Vor Beginn einer jeden Therapie steht der 20-seitige Schmerzfragebogen, den der Patient ausfüllen muß. Im Anschluß wird eine ausführliche ärztliche, psychologische und physiotherapeutische Befragung und Untersuchung durchgeführt. In der anschließenden Teamsitzung werden Diagnosen und Therapieziele besprochen. So ergibt sich eine individuelle Schmerztherapie mit ganzheitlichem Ansatz, bei dem Körper und Seele gleichermaßen im Mittelpunkt stehen. Und auch das soziale Umfeld des Einzelnen wird berücksichtigt. Denn chronischer Schmerz hat häufig Auswirkungen auf die Familie, den Beruf sowie den Freundeskreis.

Die Behandlung reicht von aktiver Krankengymnastik über Wärme- und Kältetherapien, medikamentöse Einstellung, Akupunktur bis zum Erlernen von Entspannungsmethoden und psychologischen Schmerzbewältigungsverfahren. Denn es ist wichtig, daß die Patienten eigene Fähigkeiten entwickeln, mit ihrem Schmerz leben zu können. "Manche Patienten werden einmal in der Woche therapiert, andere jeden Tag, jeweils von 8.30 bis 16.00 Uhr", so Krankenschwester Gaby Metz. Das strukturierte Behandlungsprogramm der Schmerztagesklinik geht über 15 Tage. Aber nicht immer schätzen die Patienten das Ziel der chronischen Schmerztherapie realistisch ein: Denn nicht die Schmerzfreiheit wird angestrebt. Wichtig ist, daß der Schmerz für den Patienten erträglich wird, er lernt, mit ihm zu leben. Aktive Hilfe zur Selbsthilfe – das ist oberstes Ziel.

Wer mehr über Hilfe und Selbsthilfe bei chronischem Schmerz wissen will, der sollte am Mittwoch, 17. September in das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth kommen. Dort wird Frau Dr. Zimmermann und ihr Team ab 16 Uhr im Rahmen der Gesundheitswoche 2003 weitere Infos geben. Und ab 17 Uhr werden Workshops zu Entspannungstechniken, Krankengymnastik und lokalen Therapiemaßnahmen angeboten. Die Veranstaltungen finden im Konferenzraum der Klinik statt und sind kostenlos.

März 2003 Rheinzeitung:
Kopf aus dem Schraubstock

Einzigartig: Die Neuwieder Schmerztagesklinik im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth hilft Menschen mit chronischem Schmerz.

Elf Monate lang litt Anja Dupont unter Kopfschmerzen, tagein, tagaus. Stunde um Stunde. Ohne Unterbrechung. In der Schmerztagesklinik des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth, die in dieser Form im Rahmen einer internistischen Abteilung
einzigartig im gesamten Bundesgebiet ist, konnte der völlig verzweifelten Frau nach einem Ärztemarathon endlich geholfen werden. Heute ist sie nahezu schmerzfrei und führt mit ihrer Familie ein "wieder sehr lebenswertes Leben".

NEUWIED. Ein ganz normaler Tag sollte es werden: Am 18. Januar 2002 stand die damals 32-jährige Anja Dupont (Name geändert) morgens wie gewöhnlich auf. Nach zehn Minuten setzten heftige Kopfschmerzen ein – sie ließen die junge Mutter nicht
mehr los. Jeden Morgen nach dem Aufstehen begann der Schmerz: Er kroch den Nacken hoch in den Kopf hinein, hämmerte, drückte unerträglich.

Heute nach ihrer Therapie in der Neuwieder Schmerztagesklinik bei Dr. Martina Zimmermann und ihrem Team aus Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten und Pflegekräften, weiß sie warum. "Ich habe einfach vergessen, ja verlernt, zu entspannen." Immer funktionieren. Bloß nie versagen. Schließlich stand sehr viel an: Job, Umzug, Hochzeit, Schwangerschaft, Entbindung... 
"Eine ganz typische Krankengeschichte bei Schmerzpatienten", weiß der betreuende Diplom - Psychologe Hans Werner Becker.

Kurz nach der Geburt ihres Sohnes Tim im Oktober 2001 setzten bei der jungen Frau Verspannungen und Rückenschmerzen ein.
"Massage!", entschied der Hausarzt. Und damit nahm der Leidensweg von Anja Dupont seinen Lauf. Heute weiß sie, dass gerade Massage bei ihrem Krankheitsbild das Falscheste war. Und prompt: Am Tag nach der ersten Massage, am 18. Januar
2002, traten die Kopfschmerzen zum ersten Mal auf – und hörten erst elf Monate später wieder auf.

"Ich dachte, ich werde wahnsinnig", erinnert sie sich an die Zeit, die dann kommen sollte. Vom Hausarzt ging sie zum Physiotherapeuten, vom Physiotherapeuten zum Neurologen, vom Neurologen zum Chiropraktiker, vom Chiropraktiker zum Internisten, vom Internisten zum ... Aber niemand konnte ihr helfen. Schwindel setzte ein, Konzentrationsstörungen machten sich breit, der Alltag mit dem erst einige Monate alten Tim war kaum noch zu bewältigen, und die junge Frau wurde zusehends
depressiver. Im Spätsommer erzählte ihr ein Nachbar dann von der Schmerztagesklinik in Neuwied.

Voller Hoffnung nahm sie Kontakt auf. "Vier bis sechs Monate Wartezeit", hieß es aus Neuwied – "Egal!", dachte Anja Dupont. "Schlimmer werden kann es sowieso nicht mehr." Dann füllte sie den umfangreichen Fragebogen der Schmerztagesklinik aus. "Schmerzbild, Krankengeschichte, psychische und soziale Situation sind unsere Therapie-Grundlagen", erklärt Dr. Martina Zimmermann. "Danach entscheiden wir, ob wir einen Patienten für die Therapie aufnehmen."

Und dann beginnt eine eng verzahnte Arbeit von Ärzten, Psychologen, Pflegekräften und Physiotherapeuten. Bei Bedarf werden auch Mediziner anderer Fachrichtungen dazugezogen, die im Klinikum St. Elisabeth untergebracht sind – ganz unkompliziert und ohne lange Wartezeiten. "Wir haben hier hervorragende Voraussetzungen für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedenster Fachleute" beurteilt Dr. Martina Zimmermann die Situation der Schmerztagesklinik.

Allerdings: Erfolgsgarantien geben die Neuwieder nicht. Und das sagen sie ihren Pateinten auch ganz offen. Diese Offenheit hat Anja Dupont im ersten persönlichen Gespräch sehr beeindruckt. "Die haben das prima hinbekommen, mit Mut zu machen, ohne falsche Hoffnungen zu schüren."

Ganz individuell auf den Patienten zugeschnitten erarbeitet das Schmerztagesklinik-Team einen Therapieplan. Bausteine können Akupunktur, Wärme- und Kältebehandlung oder medikamentöse Einstellung sein. Durch die Psychologische Betreuung lernt der Patient, Schmerzauslöser zu kontrollieren und den Schmerz zu bewältigen. Die Physiotherapie verbessert die Ausdauer und Leistungsfähigkeit, kräftigt und stabilisiert den Körper des Patienten und steigert damit das allgemeine Wohlbefinden.

Das Ganze bieten die Neuwieder Schmerz -Spezialisten in zwei Modellen an: an 15 aufeinander folgenden Tagen oder 15 Mal jeweils einmal pro Woche. Wegen des Kindes entschied sich Anja Dupont für die zweite Möglichkeit. "Das war volles
Programm. Aber so anstrengend der Tag in Neuwied auch manchmal war" erinnert sie sich, "es war ein Tag der Auszeit, auf den ich mich immer freute, egal wie schlecht ich auch dran war."

Von Woche zu Woche ging es ihr besser. Als die Therapie zu Ende war, ging sie mit "vielen Tipps im Gepäck" – wie beispielsweise Meditation und Sport, Kartoffelwickel und Atemübung – nach Hause. Und sie hat "Nein" sagen gelernt, wenn ihr
nach einem "Nein" ist. "Ich habe durch die Therapie in der Schmerztagesklinik ein neues Leben begonnen. Ein viel lebenswerteres als ich es vorher hatte. Und ich bin nahezu schmerzfrei!"


Juli 2002 Neuwieder Stadt-Anzeiger:
Was ist zu tun, wenn der Schmerz unerträglich wird?
Themennachmittag für Ehrenamtliche

NEUWIED. Zu einem Themennachmittag "Neue Behandlungsansätze in der Therapie chronischer Schmerzen" – hatte das St. Elisabeth-Krankenhaus die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des eigenen Hauses, aber auch des
St.-Josef-Krankenhauses Bendorf und des DRK-Krankenhauses eingeladen. Ein Thema das ankam, denn mit 50 Zuhörern war der Konferenzraum gut gefüllt.

Der Diplom - Psychologe und Schmerztherapeut Hans Werner Becker referierte über neue Ansätze und Methoden der Schmerzbehandlung. Gemeinsam mit den Fachkrankenschwestern Gaby Metz und Sabine Birkenbach wurde das
Behandlungskonzept der Schmerztagesklinik des St. Elisabeth-Krankenhauses vorgestellt. In der anschließenden lebhaften Diskussion konnten weitere zahlreiche Fragen beantwortet werden. Die Reihe der Themennachmittage für Ehrenamtliche im St. Elisabeth-Krankenhaus wird wegen der großen Resonanz fortgesetzt. Weitere Vorträge zum Thema "Schmerz" werden am 16.09.02 im Rahmen der Gesundheitswoche im St. Elisabeth-Krankenhaus zu hören sein. Dann wird das Team der Schmerztagesklinik, unter Leitung von Dr. Martina Zimmermann Informationen zum Thema "Volkskrankheit Rückenschmerz" geben.

Juli 2002 Rheinzeitung:
Für den schwer kranken Menschen Ansprechpartner sein.
"Leiden als Herausforderung": Symposium zur Vergänglichkeit des Lebens – Krankenhausseelsorger tagten im St. Elisabeth-Krankenhaus

NEUWIED. "Leiden als Herausforderung für gelingen des Lebens" lautete das Thema eines Symposiums, an dem 150 Krankenhausseelsorger im St. Elisabeth-Krankenhaus teilnahmen. Sie wurden von Kursleiter Dr. Hans Duesberg, dem Initiator
des Symposiums, begrüßt. Zum Thema des Tages überleitend, sagte er, bei seiner täglichen Arbeit wundere er sich manchmal, welch enormes Leiden Menschen zugemutet werde: "Und ich bin sehr erstaunt zu sehen, was Menschen aus ihrem Leiden oftmals machen, was sie ihm noch an Positivem abgewinnen können."
In ihrem Vortrag erörterte die Religionsphilosophin Professor Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz (Dresden) die Frage nach dem menschlichen Leiden. Schon in der Antike seien das Erkennen der eigenen Schwäche und vor allem die Vergänglichkeit des
Lebens als wesentliche Faktoren des Leidens angesehen worden.
In einer Podiumsdiskussion ging es um die Frage: "Was soll ich dir tun?" (Jesus von Nazareth) – Wem sollen die Kranken und Sterbenden sich in Zukunft anvertrauen? Hierzu äußerten sich Dr. Richard Auernheimer, Stattssekretär im Mainzer
Gesundheitsministerium, Walter Bockemühl, der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz, Professor Dr. Dietmar Mieth, Moraltheologe an der Universität Tübingen, Dr. Peter Ehscheidt, der Leitende Arzt der onkologischen Tagesklinik im St. Elisabeth-Krankenhaus Neuwid, sowie Gaby Metz, die Leitende Schwester der dortigen Schmerztagesklinik. Als Moderatorin saß Geschäftsführerin Christa Garvert mit auf dem Podium. Dr. Richard Auernheimer sprach sich dafür aus, dass bei den
bevorstehenden Umbrüchen im Krankenhausbereich alle Beteiligten, also auch Politik und im konkreten Fall die Seelsorge, eng zusammenarbeiten sollten – zum Wohle der Patienten. Für einen Interessensausgleich plädierte auch Walter Bockemühl: "Die
Ökonomisierung des Gesundheitssystems und die angemessene Begleitung kranker und sterbender Menschen schließen sich nicht aus, sondern das eine ermöglicht erst das andere."
Demgegenüber hob Dr. Peter Ehscheidt hervor, dass es angesichts der knapp bemessenen Ressourcen immer schwieriger werde, Patienten ganzheitlich zu versorgen – ein Auftrag, den er als besonders wichtig charakterisierte. Manchmal sei es nötig, einfach nur da zu sein für einen Menschen, selbst wenn man ihm medizinisch kaum helfen könne. Doch hierfür bleibe oft kaum die
notwendige Zeit.
Auch Professor Dietmar Mieth kritisierte eine Ungleichgewichtung im Gesundheitssystem. "Es stelle sich die Frage, wo zur Verfügung stehende Geldmittel hingeleitet werden sollten – in Richtung Technik oder in Richtung Mensch." Ein großes Problem sieht der Moraltheologe auch in der zunehmenden Zahl von allein lebenden Menschen, die im Sterben einsam sind. "Hier benötigen wir das Ehrenamt, Freiwillige, die auch am Lebensende ein Stück weit die Großfamilie von früher ersetzen."
Gaby Metz machte deutlich, wie aufwendig die effektive Behandlung von Schmerzpatienten sein kann. Zentral sei hier das optimale Zusammenwirken aller an der Behandlung eines Patienten Beteiligten. Dies sei letztlich auch aus wirtschaftlicher Sicht am sinnvollsten. Und: "Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, ist eine wichtige Aufgabe, denn so kann der Patient selbst aktiv Mitgestalten."

Oktober 2001 Pressemitteilung MdB Werner Wittlich:
MdB Werner Wittlich informierte sich über neue Wege in der Schmerztherapie im St. Elisabeth-Krankenhaus Neuwied

NEUWIED. Bei seinem Bescuh im St. Elisabeth-Krankenhaus in Neuwied informierte sich der Bundestagsabgeordnete Werner Wittlich unlängst über neue Gesundheitskonzepte.
Wer kennt das nicht? Der Bauch tut weh, das Bein zwickt, der Kopf dröhnt! Schmerzhafte Augenblicke, die aber glücklicherweise meist schnell vorbei sind. Doch was, wenn der Schmerz nicht mehr verschwindet? Wenn er ständig präsent ist, z.B. beim Aufstehen, bei der Arbeit, oder beim Essen? Wenn sich der akute Schmerz zum chronischen Schmerz entwickelt, kann er das ganze Leben verändern.
In der Bundesrepublik Deutschland leiden rund 8 Millionen Menschen unter chronischen Schmerzen, etwa 10% davon bedürfen einer interdisziplinären, d.h. fächerübergreifenden Therapie.
Neben dem persönlichen Leid der Betroffenen und den direkten Therapiekosten muss zudem die enorme volkswirtschaftliche Belastung gesehen werden, beispielsweise durch schmerzbedingte Arbeitsunfähigkeitstage. Alleine durch chronische Rückenschmerzen kommt es in der Bundesrepublik zu Folgekosten von jährlich rund 42 Milliarden DM.
Um diesen Menschen Hilfe zur Linderung ihres persönlichen Leids anzubieten und auch unter dem Gesichtspunkt der Verringerung von krankheitsbedingten Folgekosten, öffnete das Elisabeth-Krankenhaus im Dezember 1999 eine Tagesklinik für Schmerztherapie mit sechs Behandlungsplätzen. Über das Konzept der Klinik informierte sich MdB Werner Wittlich bei seinem Besuch.
Frau Dr. Martina Zimmermann erklärte: „Die Angliederung an die Innere Abteilung ist für die Schmerztherapie nur von Vorteil, wenn man bedenkt, wie unterschiedlich die Ursachen und Auslöser für Schmerzen sein können. Bei der Suche danach muss man bedenken, dass chronischer Schmerz oft auch ein seelisches Kommunikationsmittel ist“, so die Medizinerin. Deshalb folgt die Therapie einem ganzheitlichen Annsatz, bei dem Körper und Seele gleichermaßen im Mittelpunkt stehen und auch das soziale Umfeld des Patienten berücksichtig wird. Denn klar ist: Chronischer Schmerz hat oft Konsequenzen für den Beruf, für die Familie sowie für den Freundeskreis und jeder Fortschritt ist für den Patienten ein großer Erfolg und kann das Leben wieder lebenswerter machen.
Bestätigt wurde der eingeschlagene Weg auf dem Deutschen Schmerzkongress in Berlin Anfang Oktober diesen Jahres. Bereits auf dem letztjährigen Kongress in Hamburg hatte das Team um Frau Dr. Zimmermann das Konzept vorgestellt.
MdB Werner Wittlich betonte, wie wichtig es ei, die Ergebnisse der breiten Öffentlichkeit vorzustellen und bekannter zu machen und das Krankenhaus-Team dankte ihm herzlich für seine diesbezügliche Unterstützung.

Juli 2001 St. Elisabeth Forum:
NEUWIED (str). Wer kennt das nicht: Der Bauch tut weh, das Bein zwickt, der Kopf dröhnt. Schmerzhafte Augenblicke, die aber glücklicherweise meistens schnell vorbei sind. Doch was, wenn der Schmerz nicht mehr weggeht? Wenn er ständig präsent ist? Beim Aufstehen, bei der Arbeit, beim Essen, bei Feierlichkeiten? Wenn sich der akute Schmerz zum chronischen entwickelt, kann er das ganze Leben verändern. Leistung und Motivation nehmen ab, statt dessen kommt es oft zu Frust, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. - Um diesen Menschen professionelle Hilfe anzubieten, öffnete das St. Elisabeth-Krankenhaus im Dezember 1999 eine Tagesklinik für Schmerztherapie mit fünf Plätzen. Leiterin ist die Internistin Dr. Martina Zimmermann, die in Mainz eine Spezialausbildung zur Schmerztherapeutin absolviert hat. "Ziel der Therapie ist nicht die Schmerzfreiheit. Wir helfen den Patienten, mit ihren Schmerzen zu leben und ungehen zu lernen", erklärt sie.

Suche nach den Ursachen
Die Tagesklinik befindet sich im Erdgeschoß des Krankenhauses. Anders als in anderen Kliniken gehört die Schmerztherapie in Neuwied zur Inneren Abteilung. Das kommt nicht von ungefähr: Seit 1992 gibt es am Haus eine Palliativstation, zu deren Ziel es gehört, schwerstkranken Menschen ein möglichst schmerzfreies Leben zu ermöglichen. Hier wurde auch die Idee für die Tagesklinik geboren. "Die Angliederung an die Innere Abteilung ist für die Schmerztherapie nur von Vorteil, wenn man bedenkt, wie unterschiedlich die Ursachen für Schmerzen sein können", erklärt Dr. Zimmermann. Und gerade die Suche nach Ursachen ist für die Schmerztherapie sehr wichtig.

Ganzheitlicher Ansatz
Das ist natürlich leichter gesagt als getan. "Chronischer Schmerz hat häufig nicht nur körperliche Ursachen, sondern ist auch ein seelisches Kommunikationsmittel", so die Ärztin. Die Therapie folgt deshalb einem ganzheitlichen Ansatz, bei dem Körper und
Seele gleichermaßen im Mittelpunkt stehen. Wichtig ist auch das soziale Umfeld des Patienten. Wie sehr beeinflußt der Schmerz seinen Alltag? Welche Konsequenzen ergeben sich für den Beruf, für die Familie, für den Freundeskreis? Um sich um den
Patienten in seiner individuellen Ganzheit kümmer zu können, arbeiten in der Tagesklinik verschiedene Berufsgruppen Hand in Hand: Ärzte, Psychologen, Physiotherapeuten, Krankenschwestern und -pfleger sowie Mitarbeiter des Sozialdienstes; wenn es der Patient wünscht, wird auch ein Seelsorger hinzugezogen.

Voraussetzung
Wer in der Tagesklinik behandelt werden möchte, muß zunächst einen 26-seitigen Fragebogen ausfüllen. Vor allem muß er (oder sie) aber eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen: So muß der Betroffene mobil sein; ausreichend Deutsch verstehen; physisch und psychisch in der Lage sein, am Therapieprogramm teilzunehmen; er darf keine psychiatrische Priimärerkrankung haben; und
es darf kein schwebendes Rentenverfahren vorliegen. Außerdem sollte schon bei der Aufnahme in der Tagesklinik eine möglichst genaue Diagnose bereits stehen, denn: "Wir sind keine Klinik für Diagnostik, sondern müssen auf vorhandenen Befunden
aufbauen können", betont Dr. Zimmermann. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, folgen ein Aufnahmegespräch und weitere Untersuchungen.

Genaue Anamnese
Vor der Therapie muß eine genaue Anamnese erstellt werden. Dabei wird der Patient zunächst von einem Arzt ausführlich untersucht; anschließend erstellt dieser einen individuellen Zherapieplan Während der eineinhalb- bis zweistündigen Untersuchung
wird auch die Chronifizierung ermittelt, mit deren Hilfe der Schmerzpatient in eine von drei Schmerzgruppen eingeordnet wird. Es folgen psychologische, physiotherapeutische und pflegerische Untersuchungen, bei denen ebenfalls ein je individuelles Behandlungsprogramm für den Patienten entwickelt wird. Den endgültigen Therapieplan legt schließlich das Team gemeinsam fest - der Plan ist allerdings offen und kann bei Bedarf jederzeit verändert werden.

Schmerztagebuch
Der Patient kommt einmal pro Woche in die Tagesklinik. Hier wird er - einzeln oder in einer Gruppe von bis zu sechs Personen - medizinisch behandelt, bekommt Anwendungen und Übungen und Lernt, wie er seinen Schmerz aktiv beeinflussen kann. An den anderen Wochentagen muß der Patient selbst die besprochenen Maßnahmen durchführen und - das ist sehr wichtig - dabei ein `SchmerztagebuchŽ führen. "So werden zum Beispiel Schmerzauslöser gefunde; damit ist das Tagebuch auch eine wichtige Hilfe zur Selbsthilfe", erläutert Dr. Zimmermann.

Individuelles Therapieziel
Jeder Patient verfolgt sein eigenes Therapieziel - und genauso individuell ist auch der Erfolg. Für den einen bedeutet er beispielsweise die Reduzierung der täglichen Dosis an Schmerzmitteln; für den anderen den ersten schmerzfreien Spaziergang nach Jahren. Der dritte schließlich schafft es wieder, ein paar Stunden am Stück durchzuschlafen. Jeder Fortschritt, mag er auf den ersten Blick auch noch so klein erscheinen, kann für den Patienten, der seit Jahren unter chronischen Schmerzen leidet, einen großen Erfolg bedeuten. Und kann das Leben damit wieder lebenswerter machen. Die Resonanz auf das neue Angebot für Schmerzpatienten im St. Elisabeth-Krankenhaus ist ausgesprochen groß: Wer in der Tagesklinik für Schmerztherapie behandelt werden möchte, muß vorübergehend mit einem Platz auf der Warteliste vorliebnehmen ...


November 2000 Rheinzeitung:
Das lange Leiden der Patienten

Fachkongress im St. Elisabeth-Krankenhaus Neuwied stieß auf großes Interesse

NEUWIED. Auch heute noch wird chronischen Schmerzpatienten oftmals erst nach einer langen Leidensgeschichte geholfen. Kritisch wurde dies von Prof. Hans Ulrich Gerbershagen, dem Gründer der ersten Schmerzklinik in Deutschland, auf der
Fachtagung „Der chronische Schmerzpatient" im St. Elisabeth-Krankenhaus Neuwied herausgearbeitet. Der ärztliche Direktor des Schmerzzentrums Mainz betonte die Notwendigkeit der Beteiligung unterschiedlicher Berufsgruppen bereits bei
Behandlungsbeginn. Er forderte zudem eine sorgfältige, fachübergreifende Dokumentation im Sinne der Qualitätskontrolle. Auch der Chefarzt der Inneren Abteilung der Medizinischen Klinik I im St. Elisabeth-Krankenhaus, Dr. Martin Fuchs, wies bei seiner Einführung in die Thematik vor über 170 Teilnehmern medizinischer Fachberufe auf die derzeit noch immer unzureichende Versorgung hin. Er forderte zum Nachdenken über neue Behandlungskonzepte auf.

Im ersten Teil der Veranstaltung wurden Fragen der interdisziplinären Behandlung vertiefend in zwei weiteren Vorträgen vorgestellt. Die im Bereich der psychologischen Schmerztherapie versierte Therapeutin Dr. Annelie Scharfenstein ging auf
psychologische Erklärungsmodelle ein. Sie arbeitete in ihrem Vortrag die Beteiligung von aufrechterhaltenden Bedingungen im Rahmen der Schmerzchronifizierung heraus. Der am Department Moraltheologie und Ethik in Fribourg, Schweiz, arbeitende
Theologe Dr. Markus Zimmermann-Acklin beschäftigte sich in seinem Referat mit Fragen des gesellschaftlichen und kulturellen Umgangs mit Schmerz. „Ein Ziel kann darin bestehen, den Schmerz zur Sprache zu bringen. Schon die Anwesenheit einer
Vertrauen ausstrahlenden Person kann Schmerz lindern", so der Theologe.

Nach einer kurzen Pause wurde im zweiten Teil von der Leiterin der Tagesklinik für Schmerztherapie, Frau Dr. Martina Zimmermann, Internistin mit einer schmerztherapeutischen Spezialausbildung, das Behandlungskonzept im St.
Elisabeth-Krankenhaus vorgestellt. Bereits auf dem Deutschen Schmerzkongreß in Hamburg im Oktober diesen Jahres hatte ihr Team das interdisziplinäre, tagesklinische Vorgehen präsentiert. Wie Gerbershagen betonte auch Zimmermann die Notwendigkeit der sorgfälltigen Dokumentation.

An einem konkreten Fallbeispiel der Tagesklinik verdeutlichte der Schmerztherapeut und Psychologe Hans Werner Becker Fragen der psychologischen Behandlung im Rahmen des interdisziplinären Vorgehens. Zusammenfassend betonte Becker: „Nicht
der Schmerz, sondern der Mensch, der Schmerzen hat, soll Ziel der Behandlung sein."

Über den Beitrag der Physiotherapie aus osteopathischer Sicht referierte der Direktor der Reha Rhein-Wied, Johannes Zielinski. Im letzten Referat ging Hans-Peter Jungbluth, Internist des Onkologischen Schwerpunktes im St. Elisabeth Krankenhaus, auf palliativmedizinische Aspekte bei der Behandlung onkologischer Patienten ein. Dadurch wurde auch der Unterschied zur tagesklinischen Behandlung deutlich.

In der abschließenden Podiumsdiskussion wurden noch einmal zusammenfassend Stärken und Vorteile der teilstationären Behandlung erörtert. Einerseits wurden die vielfältigen fachübergreifenden diagnostischen Möglichkeiten hervorgehoben. Bereits
bei Behandlungsbeginn stehen verschiedene Berufsgruppen in einem engen und unmittelbaren Austausch. Im Gegensatz zur vollstationären Behandlung liegt ein weiterer Vorteil in der Alltagsnähe. Therapeutische Maßnahmen können in alltäglichen Situationen überprüft werden und Erfolg oder Mißerfolg kann unmittelbar an das Behandlungsteam zurückgemeldet werden.

Zum Abschluß der Veranstaltung besichtigten die Teilnehmer die Räumlichkeiten der Tagesklinik für Schmerztherapie. Bei der Rückmeldung der Teilnehmer wurde ein Interesse an weiteren Veranstaltungen deutlich, die, so Zimmermann, in Zukunft auch für Patienten geplant seien. Gegenwärtig können Hausärzte auf individuelle Anfragen Informationen bekommen. Für Patienten besteht die Möglichkeit, sich über den Hausarzt an die Tagesklinik für Schmerztherapie zu wenden.