Soziale Wiedereingliederung chronisch psychisch kranker Erwachsener

Im Eingliederungsbereich finden psychisch kranke Menschen nach der Akutbehandlung ihrer Erkrankung Unterstützung bei der Verarbeitung und Bewältigung fortbestehender Krankheitsfolgen.

Die Grunderkrankung kann z.B. sein:

  • Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis
  • Psychose bei Oligophrenie
  • Affektive Psychose (Depression)
  • Organische Psychose
  • Persönlichkeitsstörung
  • Nicht aufgenommen werden können primär Suchtkranke und geistig Behinderte ohne psychische Erkrankung.

Die 80 Plätze des Eingliederungsbereichs verteilen sich auf sechs Gruppen mit 1- und 2-Bett-Zimmern sowie auf sieben Wohnungen mit insgesamt 15 Plätzen im Ortskern von Waldbreitbach (s. Außenwohngruppen).
  
Die Aufenthaltsdauer im Eingliederungsbereich ist grundsätzlich nicht befristet. Sie richtet sich nach der Art und dem Ausmaß der Störungen und Beeinträchtigungen und dem daraus resultierenden Förderungsbedarf.

Ziel der Förder- und Wiedereingliederungsmaßnahmen ist jedoch in jedem Fall die möglichst weitgehende Integration in einen Lebensraum außerhalb einer helfenden Institution.

Dazu wird die Abhängigkeit von Hilfen so weit wie möglich reduziert und die Selbständigkeit aufgebaut.

Fähigkeiten und Fertigkeiten, die zur Bewältigung der alltäglichen Lebensanforderungen notwendig sind, werden den individuellen Möglichkeiten entsprechend wieder erworben, stabilisiert und weiterentwickelt.

Besonderer Wert wird darauf gelegt, soziale Kompetenzen zu reaktivieren und weiterzuentwickeln, die eine Teilnahme am Leben in der Gesellschaft ermöglichen und erleichtern.

Die Maßnahmen der Förderung und Wiedereingliederung richten sich vor allem auf die Bereiche:

  • Vitalität, Antrieb, Interesse
  • Auffassung, Konzentration, Merkfähigkeit
  • Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit, Ausdauer
  • Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit
  • Selbstbewusstsein
  • Selbständigkeit

Zur Förderung dieser Bereiche werden folgende Angebote gemacht:

  • Einzelgespräche mit Bezugspersonen aus dem betreuenden Team
  • Gruppengespräche
  • Psychosoziale Beratung durch den Sozialdienst
  • Spezielle Trainingsprogramme mit den Zielsetzungen
  • Verbesserung von Genauigkeit und Flexibilität der Wahrnehmung
  • Reaktivierung und Förderung früher erworbener Fertigkeiten und Wissensinhalte
  • Umgang mit Zeitungen, TV und anderen Medien
  • Umgang mit Musik (aktiv und passiv)
  • Spezielle Trainingsmöglichkeiten für lebenspraktische Bereiche
  • Aktivitäten des täglichen Lebens (z.B. hauswirtschaftliche Tätigkeiten;
  • Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel; Umgang mit Geld)
  • Beschäftigungs- und Arbeitstherapie (Ergotherapie)
  • Bewegungstherapie (allgemeine körperliche Aktivierung, Wohlbefinden und Entspannung)
  • Sport (z.B. Radfahren, Schwimmen, Tischtennis, Kegeln, Ballspiele)
  • Freizeitpädagogische Angebote, z.B.:
    • Kulturelle Aktivitäten
    • Kino- und Theaterbesuche
    • Veranstaltung von Festen
    • Ausflüge, Fahrradtouren
    • Reisen

In verschiedenen Funktionsbereichen innerhalb und außerhalb des Hauses bestehen Einsatzmöglichkeiten für aktivierendes und übendes Handeln:

  • Zentralküche
  • Gärtnerei
  • Wäscherei
  • Bücherei
  • Bistro des Marienhaus Klinikums St. Antonius
  • Bildungshaus der Waldbreitbacher Franziskanerinnen

Das Angebot der benachbarten Klinik an physikalischen und physiotherapeutischen Maßnahmen (Bäder, Massagen, Krankengymnastik) kann nach entsprechender Verordnung genutzt werden.