Die Klinik für Urologie und Kinderurologie am Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied behandelt Patienten mit Erkrankungen der Nieren, der ableitenden Harnwege und der männlichen Geschlechtsorgane. In Kooperation mit der Klinik für Radiologische Diagnostik und der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin werden, nach eingehender Diagnostik, moderne konservative, videoendoskopische und operative Verfahren zur Therapie dieser urologischen Erkrankungen eingesetzt. Kinder und Jugendliche mit urologischen Erkrankungen werden in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin betreut, untersucht und ggf. operiert.
Besondere Schwerpunkte der Klinik für Urologie und Kinderurologie sind:

Die Frühform des Harnblasenkrebses wird videoendoskopisch therapiert, ohne dass eine Entfernung der Harnblase notwendig wird. Sollte die Harnblasenentfernung wegen der Ausdehnung des Tumors und der Eindringtiefe in die Harnblasenwand unumgänglich sein, wird häufig zur Harnableitung eine Darmersatzblase angelegt.
Bei Patienten mit einer Prostatakrebserkrankung richtet sich die Behandlung nach dem Ausgangsbefund des Tumors, nach der Ausdehnung desselben und nach dem Alter des Patienten. Bei einer gutartigen Prostatavergrößerung werden die Teile der Prostata, die die Harnröhre einengen videoendoskopisch durch die Harnröhre ausgeschält.
Mehr als ein Dritter aller Frauen, die die Wechseljahre überwunden haben, leiden bei körperlicher Belastung unter ungewolltem Harnverlust. In der Kontinenzsprechstunde des Marienhaus Klinikums vermitteln Ärzte der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und der Klinik für Urologie und Kinderurologie den Betroffenen Perspektiven und Behandlungsmöglichkeiten im Umgang mit ihrer Erkrankung. Nach entsprechender Diagnostik werden gemeinsam mit den Patienten zunächst nicht operative Behandlungsvorschläge erarbeitet. Erst wenn die mit den Patienten gemeinsam erarbeiteten Therapien nicht die erwartete Wirkung zeigen, werden auch operative Behandlungsverfahren - inklusive der Einlage von harnröhrenstabilisierenden Bändern (TVT) – durchgeführt.
Zahlreiche operative Eingriffe, insbesondere bei Kindern werden ambulant durchgeführt. Dazu gehören die Gewebeentnahmen aus der Prostata, die operative Behandlung der Harnröhrenenge, die Beseitigung einer Vorhautenge, die Korrektur des Hodenhochstandes und die Operation des kindlichen Leistenbruchs als häufigste Operationen. Die ambulante Operation selbst und die anschließende Entlassungsuntersuchung durch den Urologen und den Anästhesisten erfordern nur wenige Stunden am Operationstag, so dass die ambulanten Patienten besonders Kinder, noch am selben Tag das Krankenhaus verlassen können mit entsprechenden Empfehlungen für die Nachbehandlung.
In den verschiedensten Ambulanzen der Klinik für Urologie und Kinderurologie werden viele Patienten beraten und untersucht und häufig mit einer Therapieempfehlung entlassen. In diesen Ambulanzen werden in großem Umfang auch Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt. Die jährliche Veranstaltung von Männergesundheitstagen vollkommnet das klinikinterne Konzept, neben der Behandlung urologischer Erkrankungen als Kernaufgabe, gezielt krankheitsvorbeugend aktiv zu werden und durch die begleitenden Vorträge einer breiten Bevölkerungsschicht den Sinn und den Nutzen einer Prävention nahe zu bringen.