Weiterbildungsermächtigung der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Kinderheilkunde/JugendmedizinChefarzt Dr. Urban Himbert60 Monate12.07.2006
NeonatologieChefarzt Dr. Urban Himbert36 Monate14.02.2007
NeuropädiatrieOberarzt Dr. Christoph Conrad

z. Zt. 12

Monate

09.11.2009

 

 

A: Allgemeine Definition der Weiterbildungsziele, -zeit und -inhalte des Facharztes für Kinder- und Jugendmedizin:


Weiterbildungsziel

Ziel der Weiterbildung im Gebiet Kinder- und Jugendmedizin ist die Erlangung der Facharzt- kompetenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.


Weiterbildungszeit

  • 60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
  • 6 Monate in der intensivmedizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen
  • können bis zu 12 Monate im Gebiet Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und/oder Kinderchirurgie
  • oder 6 Monate in anderen Gebieten angerechnet werden
  • können bis zu 12 Monate in den Schwerpunktweiterbildungen des Gebietes abgeleistet werden
  • können bis zu 24 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.

 

B: Weiterbildungsinhalte Allgemein

  • die Beurteilung der körperlichen, sozialen, psychischen und intellektuellen Entwicklung des Kindes und Jugendlichen
  • Gesprächsführung mit und Gesundheitsberatung von Kindern und Jugendlichen sowie ihrer Bezugspersonen
  • Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennungsmaßnahmen einschließlich orientierender Hör- und Sehprüfungen
  • Prävention einschließlich Impfungen
  • Behandlung im familiären und weiteren sozialen Umfeld und häuslichen Millieu einschließlich der Hausbesuchstätigkeit und sozialpädiatrischen Maßnahmen
  • Einleitung und Durchführung rehabilitativer Maßnahmen sowie der Nachsorge
  • Erkennung und Behandlung angeborener und im Kindes- und Jugendalter auftretender Störungen und Erkrankungen einschließlich der Behandlung von Früh- und Reifgeborenen
  • Indikationsstellung, sachgerechte Probengewinnung und –behandlung für Laboruntersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
  • Indikationsstellung und Überwachung logopädischer, ergo- und physiotherapeutischer sowie physikalischer Therapiemaßnahmen
  • gebietsbezogene Arzneimitteltherapie
  • Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
  • interdisziplinäre Koordination einschließlich Einbeziehung weiterer ärztlicher, pflegerischer und sozialer Hilfen in Behandlungs- und Betreuungskonzepte
  • orientierende Untersuchungen des Sprechens, der Sprache und der Sprachentwicklung
  • Gewalt- und Suchtprävention
  • Sexualberatung

 

C: Basiskenntnisse zu erlangen in den ersten 6 Wochen

Zu Beginn wird den neuen Assistenzärzten ein erfahrener Kollege als „Pate“ zur Seite gestellt, der mit ihnen die anfänglichen organisatorischen Dinge erledigt und sie auf der Station, der Notfallambulanz und in der Abteilung allgemein einarbeitet:

  • Tagesablauf, Stationsführung, wo sind welche Unterlagen/ Anforderungen zu finden
  • Einführung in den Knirps (elektronisches Patientenverwaltungsprogramm für Kinderkliniken)
  • Intranet und Richtlinienordner
  • Laboranforderungen (was wohin? Externe Laboranforderungen)
  • Konsile (wer ist für was zuständig)
  • Röntgenanforderungen

 

Ambulanz

  • Struktur (wo steht was?/wer ist wann wofür zuständig?)
  • Dokumentationssystem (Notfallscheine, PÄD-PV für stationäre Aufnahmen)

 

Organisatorische Abläufe im Haus

  • Labor
  • Röntgenabteilung
  • Notfallmanagment (Notfallkoffer, Notfallnummern von Kinderintensiv und Anästhesie)
  • Wichtige Telefonnummern
  • Fortbildungen

 

Versorgung von Materialien

  • Blutproben (venös, kapilläre Blutgasanalysen und Bilirubinbestimmungen)
  • Liquor
  • Abstriche (+Gewinnung, z.B. Strep A, RSV-Test)
  • Urin

 

EKG, RR, Pulsoxymetrie

  • praktische Durchführung
  • +Basisauswertung

 

Reanimationsmaßnahmen
Einführung in Inhalationstherapie

  • welche Medikamente sind vorhanden, welche werden wann eingesetzt, Dosierung
  • welche Inhalationssysteme sind vorhanden

 

Infusionstherapie/Infusionslösungen

  • welche Infusionslösungen sind vorhanden, welche werden wann eingesetzt
  • Berechnung von Basisbedarf, K+/Na+-Zusätzen etc.

 

Uringewinnung

  • Urinbeurteilung Teststreifen und Mikroskop
  • Blaseneinmalkatherisierung, Blasenpunktion

 

Einführung in die Sonografie
Sedierungsschema MRT
Adäquate Therapie akuter und chronischer Schmerzzustände
Strukturierte Anamnese und Untersuchung von

  • Kind/Jugendlicher
  • Kleinkind
  • Säugling

 

D: 1.spezielle Lehrinhalte für Säuglinge, Klein- und Schulkinder

Station 62 (Säuglingsstation) -
spezielle Lehrinhalte für Säuglinge (6 Monate)

  • Erkennung und Behandlung hämatologischer und gerinnungsphysiologischer Erkrankungen speziell in der Neugeborenenphase
  • Kenntnisse von Wachstum + körperlicher Entwicklung und Erkennung und Behandlung von deren Störungen
  • Kenntnisse der cerebralen Entwicklung und Behandlung derer Störungen/ neurologische Erkrankungen
  • Erkennung und Behandlung relevanter infektiologischer Erkrankungen und deren Übertragungsrisiken/-wege
  • Hautkrankheiten
  • Erkennung und Behandlung angeborener Stoffwechseldefekte/ endokrinologischer Erkrankungen
  • Kenntnisse der gastrointestinalen Entwicklung und Erkennung und Behandlung ihrer Störungen, gastroenterologische Erkrankungen
  • Erkennung und Behandlung von nephrologischen bzw. urologischen Erkrankungen
  • Erkennung und Behandlung relevanter kardiologischer Erkrankungen
  • Störungen im Wasser- und Elektrolythaushalt
  • Erkennung und Behandlung speziell durch Frühgeburtlichkeit bedingter Störungen/Probleme
  • Entwicklungsdiagnostik
  • Ernährung
  • Regulationsstörung bei Säuglingen
  • Kenntnisse der Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für eine humangenetische Beratung
  • Erkennung und Bewertung von Kindesmisshandlungen und Vernachlässigungen, von sozial- und umweltbedingten Gesundheitsstörungen

 

Station 63 (Infektionsstation)
spezielle Lehrinhalte für Klein- und Schulkinder, Jugendliche (6 Monate)

  • Erkennung und Behandlung von bakteriellen, viralen, mykotischen und parasitären Infektionen einschließlich epidemiologischer Grundlagen

 

Station 61 (Allgemeinpädiatrie, Neuropädiatrie, Nephrologie, Kardiologie, Psychosomatik, interdisziplinäre Station)
spezielle Lehrinhalte für Klein- und Schulkinder, Jugendliche (6 Monate)

  • Altersbezogene neurologische Untersuchungsmethoden und Differentialdiagnostik neurologischer Krankheitsbilder
  • Psychologische und Entwicklungs- Diagnostik, Entwicklungspsychologie
  • Erkennung und Behandlung der Entwicklung des kindlichen Immun-/Blut- und Gerinnungssystems, sowie möglicher Störungen
  • Erkennung und Behandlung gebietsbezogener allergischer Erkrankungen
  • Betreuung und Schulung von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen
  • Erkennung und Behandlung psychogener Symptome, somatopsychischer Reaktionen und psychosozialer Zusammenhänge
  • Erkennung und Behandlung ernährungsbedingter Gesundheitsstörungen einschließlich diätetischer Behandlung und Schulung
  • Behandlung und Bewertung von Kindesmisshandlungen und Vernachlässigungen, von sozial- und umweltbedingten Gesundheitsstörungen
  • Erkennung und Behandlung von nephrologischen bzw. urologischen Erkrankungen
  • Erkennung und Behandlung von kardiologischen Erkrankungen
  • Erkennung und Behandlung von gastroenterologischen Erkrankungen
  • Betreuung von palliativen und sterbenden Patienten
  • Erkennung und Behandlung von Intoxikationen
  • Familienmedizin
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit z.B. der Allgemeinchirurgie, der Unfallchirurgie, der Urologie, der Orthopädie, der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie

 

Pädiatrische Tagesklinik
spezielle Lehrinhalte für Säuglinge, Klein- und Schulkinder und Jugendliche (6 Monate)

  • Erkennung und Behandlung von Störungen des Wachtums und der Pubertätsentwicklung
  • Psychologische und Entwicklungs- diagnostik, Entwicklungspsychologie
  • Erkennung und Behandlung gebietsbezogener allergischer Erkrankungen
  • Erkennung und Behandlung ernährungsbedingter Gesundheitsstörungen einschließlich diätetischer Behandlung und Schulung
  • Erkennung und koordinierte Behandlung von Verhaltensauffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter
  • Erkennung und Behandlung von chronisch gastroenterologischen Erkrankungen
  • Erkennung und Behandlung von chronischen Beschwerden unterschiedlicher Organe, auch psychosomatisch bedingt

 

E: Basiskenntnisse auf neonatologischer und allgemeiner Kinder- und Jugendlicher Intensivstation zu erlangen in den ersten 6-8 Wochen
 

Rahmenbedingungen

  • Einarbeitung mindestens 6 Wochen im Frühdienst unter Aufsicht eines erfahrenen neonatologischen Assistenten, danach erste Spät- und Nachtdienste alleine

 

Stationseinführung + praktische Übungen

  • Tagesablauf, Stationsführung, wo sind welche Dokumentationsvorlagen zu finden? wo steht was? Richtlinienordner
  • OP, Kreissaal, Kinderzimmer, Rea-Einheiten: Einführung und Prüfung
  • Organisatorische Abläufe OP, Kreissaal, Kinderzimmer
  • Geräteeinweisung Inkubator, Monitore, BGA-Gerät, Defibrillator
  • Transportinkubator und Notfallkoffer: Einführung inklusive Wechsel der Gasflaschen, Respirator-Bedienung
  • Anleitung in pflegerische Tätigkeiten
  • Legen von Magensonden
  • Infant handling
  • Absaugen von intubierten Kindern
  • Intubationsübung am Babyphantom und Reanimationstraining an der Puppe
  • Beatmungsgerät: Aufbau, Funktionen
  • Peripher venöser Zugang und Blutentnahmetechnik, (arterielle Punktion)
  • Nabelarterienkatheterset vorbereiten, (arterielle und venöse Katheterisierung an Nabelschnur)
  • Invasive Blutdruckmessung aufbauen und kalibrieren
  • Reifebeurteilung von Früh- und Neugeborenen
  • Vorsorgeuntersuchung und Einleitung neonatologischer Behandlungsmaßnahmen

 

Kinderärztliche Notfälle/dienstrelevante Themen der Neonatologie/ Intensivstation: insbesondere Erkennung und Behandlung akuter Notfälle einschließlich lebensrettender Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und Wiederbelebung bei Früh- und Neugeborenen, z.B.

  • Erstversorgung und Reanimation bei Neu- und Frühgeborenen
  • Blaue + weiße Asphyxie
  • Pneumothorax
  • Mekoniumaspiration
  • Respiratorsiche Insuffizienz, Intubation, assistierte Beatmung (CPAP)
  • Kreislaufinsuffizienz
  • Neugeboreneninfektion (Diagnostik, Therapie)
  • Austauschtransfusionen (Grenzen, Maßnahmen)
  • NEC
  • Neugeborenenkrämpfe (DD + Therapie)
  • Hypoglykämie
  • Herzvitienakutversorgung

 

F: 1.spezielle und 2. praktische Lehrinhalte für Neugeborene/Intensivmedizin

Station 33 Frühgeborenen- und Kinderintensivstation -
spezielle Lehrinhalte für Neugeborene/ Intensivstation: (18 Monate)

  • Kenntnisse von Wachstum + körperlicher Entwicklung und Erkennung und Behandlung derer Störungen
  • Kenntnisse der cerebralen Entwicklung und Erkennung und Behandlung derer Störungen/ neurologische Erkrankungen
  • Erkennung und Behandlung relevanter infektiologischer Erkrankungen und deren Übertragungsrisiken/-wege
  • Erkennung und Behandlung hämatologischer Erkrankungen speziell in der Neugeborenenphase
  • Erkennung und Behandlung angeborener Stoffwechseldefekte/ endokrinologische Erkrankungen
  • Kenntnisse der gastrointestinalen Entwicklung und Erkennung und Behandlung ihrer Störungen, gastroenterologische Erkrankungen
  • Erkennung und Behandlung relevanter kardiologischer Erkrankungen
  • Erkennung und Behandlung relevanter pulmologischer Erkrankungen und respiratorische Störungen
  • Erkenne und Betreuen psychosozialer Konflikte
  • Kenntnisse der Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für eine humangenetische Beratung, z.B.
  • Erkennung und Behandlung speziell durch Frühgeburtlichkeit bedingter Störungen/ Probleme
  • Ernährung
  • Behandlung von größeren Kindern mit intensivpflichtigen Traumata, Intoxikationen, Suizidversuchen, schweren Stoffwechselentgleisungen

 

G: Fortbildungsmaßnahmen

  • wöchentlicher Journal-Club mit interessanten Fallvorstellungen oder Krankheitsbildern
  • 1 x wöchentlich 1,5 Stunden Sonographie-Kurs unter oberärztlicher Leitung
  • 1 x wöchentlich Radiologie-Besprechung
  • neuropädiatrische Fortbildung+
  • Täglich Besprechung der aktuellen Patienten mit Chefarzt und Oberärzten
  • Reanimationstraining
  • 1x/Jahr Mitarbeitergespräch
  • Möglichkeit einer Hospitation im hausinternen Labor